Nun hat es auch mich erwischt… Das Heimwehfieber grassiert unter den Leuten hier. Und niemand kann sich dem so leicht entziehen. Da mag das Wetter noch so gut sein. (Málaga 14.11.07: Sonnenschein bei 25°C) Inzwischen schaut ich jeden Tag erstaunt aus dem Fenster und such nach einer Regenwolke, Nebel, Schnee, Hagel oder sonst irgendwas ekliges von oben. Stattdessen ergibt sich ein surreales Licht bei dem man gar nicht weiß in was für einer Jahreszeit man sich befindet. Gefühlt sind es warme Spätsommertage. Vom Sonnenstand her sind aber eher Oktobertage. Das wiederum passt nicht mit der Temperatur. Und Frühling ist hier auch nicht… Konfusion!
Und dann kommen da natürlich die ersten Dinge die einem nicht gefallen und man lernt die eigene Kultur zu schätzen. Es gibt wirklich komische Sachen bei den Spaniern. Z.B.:
- sie werfen ihren Müll überall hin
- Straßenreinigung gleicht einer Überschwemmung –> nachts kommt die Straßenreinigung und spült alle Straßen mit Wasser
- man wird angerempelt und kaum einer entschuldigt sich
- allgemein sind die Leute unfreundlich: „bitte“ und „könnten sie…“ existieren quasi nicht in der Umgangssprache. stattdessen steht die Befehlsform
- außerdem lieben es die Spanier zu schreien –> im Restaurant, im Supermarkt… Aber das ist die normale art zu kommunizieren
- die vielen Autos und Mopeds bei gleichzeitigem Fehlen eines ordentlichen Nahverkehrssystem. Von Radwegen möchte ich gar nicht sprechen. Sehr sehr umweltschädigend die Spanier…
- Frauen und Männer aus Spanien sind immer gut angezogen. Vor allem in der Uni. Da wird man niemanden mit Schlabberpulli oder sonstigen unattraktiven oder ausgetragenen Sachen finden… Bling-Bling sag ich da nur…
- Von einem ausgeprägten Umweltverständnis brauch ich hier nicht zu sprechen. Dafür möchte ich exemplarisch folgenden Dialog einwerfen. Ich: Wir können den Motor abstellen wenn wir hier warten. Sie: Wieso? Ich: Damit er kein Benzin verbraucht. Sie: Wieso?! (mit verzogener Miene) Das macht er doch auch so! Ende des Gesprächs…
Ok. Reicht erstmal denk ich. Falls mir nochwas einfällt lass ich das verlauten. Drum erfreu ich mich an ein paar Mitteleuropäischen Einstellungen wie:
- Schutz der Umwelt
- Freundliche Umgangsweisen
- Nahverkehrssytem
- Offenheit für anderes (mann sind die spanier konservativ!)
Ansonsten gehts mir aber gut soweit. Ich versuch mich daran zu gewöhnen und nach den „Anderen“ Leuten zu suchen, die es hier auch gibt. Bin ich mir sicher. Ansonsten kann man sich auch wunderbar mit Erasmusleuten vergnügen. Vor allem die Französinnen sind da positiv zu erwähnen
So was gibt es also positives zu vermelden? Mein Praktikum läuft langsam an. Ich glaub aber nicht, dass ich in meinem späterem Leben was mit Tieren und Experimenten machen werde. Dafür blutet mir mein Herz zu sehr wenn ich die sehe.
Grundsätzlich werd ich aber auf jeden Fall lernen, was es zu lernen gibt. ZB. Gehirnschnitte machen, Mikrospieren und vieles mehr.
Mein Spanisch wird auch besser. Ich zieh das autodidaktisch durch da ich keine 200 € für einen Kurs bezahle, der 2x die Woche stattfindet. Ich hab das Geld in Bücher und Lernprogramme investiert und dabei nichtmal die Hälfte bezahlt. Außerdem versuch ich mehr mit meinen Mitbewohnern zu machen. Auch wenn es schwer ist, da sie oft auch beschäftigt sind.
Tja. Eigentlich müsste jetzt wohl ein ausführlicher Bericht über Barcelona und Valencia folgen, aber ich hab da grade nicht so den Ansporn für. Ich werde aber ein paar Bilder hochladen. Die zeigen ja bekanntlich mehr als 1000 worte
seid lieb gegrüßt und umarmt
Sandro



Hallo Großer Hier melden sich deine Eltern,wenn du möchtes kann kann du dich jeder Zeit bei uns melden Deine Eltern aus Rostock
Von: Teuber am 17. November 2007
um 10:34
hey mein viajero favorito (hoffe, das ist richtig),
hab da nen tipp für dich: am besten du entgegnest den spaniern mit einer extremen form der mitteleuropäischen freundlichkeit, sammelst den müll, den sie eben noch wegwarfen, direkt vor ihren augen auf und entsorgst ihn ordnungsgemäß und du ziehst die dreckigsten und abgetragendsten klamotten an, die du finden kannst. ach ja, bei der straßenreinigung machst du am besten ne sitzblockade und/oder wirfst mit pflastersteinen um dich.
alternativ dazu kannst du dich natürlich auch anpassen, aber das ist ja nur halb so spannend.
so, freue mich immernoch darauf, dich zu besuchen! wird ganz sicher super toll!
hasta la victoria siempre
arvid’scher =)
Von: Arvid am 18. November 2007
um 12:58
ey sandro,
cooler bericht, jaja die französinnen…
Hört sich ja so an als wärste in den usa.
nur nich was den schlabberpulli angeht;)
Freut mich mit dem praktikum, nur mal so um ne vorstellung zu bekommen, wie dünn sind n deine gehirnscheibchen die du schneidest?
grüße und hasta luego!
Von: felix am 19. November 2007
um 12:18
sach ma,
woende ma wieder konferenzschaltung nach Deutschland?
Wir müssen über die Märzaktivitäten sprechen. ich bin bis Mai Berlin gebunden!
nos vemos!
Von: felix am 22. November 2007
um 1:13
Interessant… Diese exemplarische Dialoge gefallen mir sehr, vielleicht kann ich auch ein paar Beispiele für die Deutscher geben:
- Bei Studentenwerk Leipzig – Büro für ausländische Studenten.
Eine Spanierin, eine Französin und die deutsche Angestellte.
Deutscherin : Wjijijdnjncjnxckxnklckl…
Spanierin : Entschuldigung, könnten Sie bitte langsamer sprechen? Ich habe Ihnen nicht alles verstanden.
Deutscherin: Wenn Sie meine Sprache nicht verstehen, kommen Sie das nächste Mal mit einem Übersetzer.
*Aber hey! Die Frau siezt! Super höflich, oder?
- Bei einem E-Plus Geschäft.
Deutscherin: Entschuldigen Sie, gehört Spanien zur Europäischen Union?
Spanierin: … Ja…. (???!!!)
Deutscherin (zu ihrem Kollege): Max, geht das Euro in Spanien?
*Nein, in Spanien benutzen wir den Tauschhandel:
-Hallo, ich will dieses Buch.
-Gut, das kostet eine Kühe.
- Bei Deutsche Bank
Spanierin: Guten Morgen, ich möchte 300 Euro in britische Münze wechseln.
Deutscher: Ok… Welche ist die Münze in England?
*No comment…
- Bei einem Unterricht für ausländische Studenten an der Uni Leipzig:
Professorin: In Spanien können die Frauen nicht erben.
*Tatsächlich erben unsere Brüder uns zusammen mit dem Haus und den restlichen Immobilien unseres Vaters.
Sandro, Verallgemeinern ist nicht gut. Erinnere, dass du eine spanische Freundin hast… Bin ich wie du beschreibst?
Liebe Grüße!
Sara
Von: Sara am 22. November 2007
um 11:37
Hoppala… Da hab ich ja was angerichtet. Diese Aufzählung stellt sicher keine Darstellung ALLER Spanier da. Es ist eher das was ich bisher erlebt habe. Vieles positive und auch etwas negative. Und da hab ich ein wenig doll in der negativ-kiste gekramt.
Gefühle zu verletzen liegt mir fern. Und darum wird in meinem nächsten bericht einfach das ganze umgedreht… Ich schreib was hier alles viel viel toller ist.
Jeder kriegt sein fett weg…
Ma schaun was ich mir dann anhören kann wenn ich wieder zurück bin
Von: sundawn am 22. November 2007
um 1:12
Hehehe, keine Sorge, Sandro. Ich weiss, dass du mich nicht verletzen wolltest. Deshalb habe ich ein bisschen ironisch geantwortet
Viele Grüsse
Von: Sara am 22. November 2007
um 3:41
„Deutscherin“ find ich ja schon echt süß.
Von: Arvid am 22. November 2007
um 6:57
Grüsse
Von: Sara am 26. November 2007
um 10:40
Hallo Sandro!
Liebe Grüße von deinen Eltern. Haben Deinen letzten Bericht mit Schmunzeln im Gesicht gelesen.
Wir begrüßen Dich ganz herzlich in den heimatlichen Gefilden.
Das Wetter soll ja wieder kälter werden-was Dich bestimmt nicht erfreuen wird.
Dein Vater möchte auch ein Praktikum in Malaga absolvieren.Wie macht man sowas?
Es waren schöne Stunden mit Dir . Bis bald Deine Eltern.
Von: Teuber am 30. März 2008
um 8:54