Verfasst von: Sandro | 7. September 2008

Aufbruch

Morgen geht sie los die große Reise. Wieder wird es über Berge, durch Täler hin zum Mittelmeer gehen. Ein tolles Erlebnis steht an.

Die richtige Spannung kam heute erst beim Packen auf. Die letzten Tage waren sehr ereignisreich und ich bin quasi von Prüfung nach Leipzig und dann nach Rostock geflogen. Alles toll aber nun doch komm ich zu dem was in mir steckt, was jetzt hinaus muss.

Ich freu mich. Auf ein Wiedersehen hier im Blog J

Verfasst von: Sandro | 6. September 2008

Abschied

An so einem Abend fällt es schwer in Worte zu fassen, was man gefühlt, erlebt oder gesehen hat. Wie auch wenn an so einem Abend etwas endet, was einen seit ca. 5 Jahren begleitet? Es ist keine Beziehung zu einem Menschen. Es ist die Beziehung zu einer Band, deren Musik und die Menschen die dahinter stehen, welche heute Abend sein Ende fand.

Passadeena sind von der Bühne gesitegen und haben ein Loch hinterlassen. EIn Loch, was schwer zu erstzen ist in dieser Stadt. Sie waren und sind einzigartig und verdienen unser aller Ehrerbietung. Genau aus diesem Grunde fanden sich auch so viele Freunde, WEgbegleiter und Fans ein.

Ein letztes Geleit, ein letzter Applaus, ein finaler Rockabend. Ich danke euch und eurer Energie.

Wir die wir alle weiterleben auch ohne Passadeena werden sie sicher in unserem Herzen weitertragen und ihre Musik weiter in uns schwingen lassen.

Danke Flo, Golo, Kochi, Icki

Verfasst von: Sandro | 11. August 2008

Das Lernen lernen

Derzeit ist mein großes Thema: Wie lernt der Mensch? Wie kann man Wissen, Fähigkeiten erwerben. Ich lerne also zu lernen. Eine sehr rekursive, spannende Angelegenheit. Wer also für seine kommende Prüfung Tipps braucht wie man das Lernen verbessert, kann sich gerne bei mir melden und Versuchskaninchen spielen.

Ansonsten nimmt die Radtour Konturen an. Es wird 4 Pässe geben, die es zu überqueren gilt:

  • Kühltalsattel ( 2017 m)
  • Timmelsjoch (2474 m)
  • Grödnerjoch (2121 m)
  • Paso di Falzarego ( 2105 m)
  • Mauriapass (1290 m)

Gefühlt ist das nicht so viel. Ich freue mich riesig auf Bilder wie diese hier:

Verfasst von: Sandro | 10. August 2008

Packliste für eine Radtour

  • 2 Radfahrhemden
  • 2 Radhosen
  • Socken (1x warm, 2 x normal)
  • Badehose/anzug/Bikini
  • 1 lange Hose für Abends
  • 1 Schlaf-shirt
  • Thermounterwäsche
  • 2 Fleece-Pullover
  • Regenjacke
  • Regenhose
  • 2 Unterhosen
  • 1 Paar schuhe
  • 1 Paar Sandalen
  • 1 Kocher
  • Streichhölzer/Feuerzeug
  • 1 Kochtopfset
  • Schlafsack
  • Isomatte
  • 1 Schweizer Taschenmesser
  • 1 Besteckset
  • 1 Teller
  • 1 Taschenlampe
  • (1 Tasse)
  • Tagebuch
  • Stift
  • Trinkbehälter
  • Kamera à Kabel
  • Karten
  • Buch zum Lesen für abends
  • Handy
  • Sonnencreme
  • Zahnbürste. –Pasta
  • Duschzeug
  • Mückenspray
  • Pflaster
  • Wundsalbe
  • Spülschwamm
  • Abtrockentuch
  • Creme
  • Wäscheleine + 3-4 Klammern
  • 1 Ersatzschlauch
  • Ersatzspeichen hinten + vorne
  • 1 Fahrradtool
  • Flickzeug
  • Panzertape
  • Klebestreifen
  • Nadeln
  • Ersatzschrauben
  • 2 Schellen
  • Kabelbinder
  • Schürriemen
  • Luftpumpe

Hat jemand noch Vorschläge was fehlt?

To be continued…

Verfasst von: Sandro | 29. März 2008

aus und vorbei…

Nun ist es geschafft. Gestern abend bin ich müde und glücklich in Malaga angekommen. Im Gepäck viele schöne Momente und Erlebnisse.

Die letzten Tage verliefen noch etwas anders als geplant. Ich wollte noch einen schönen Tag am Strand verbringen. Daraus wurde leider nix. Grund: Klar das Wetter. Das zog sich wie ein roter Faden durch Tour. Der Wettergott wollt mich nicht mit guten Bedingungen beschenken.

So kam es, dass nach Tagen des Sonnenscheins (mit kaltem Gegenwind), sich ein fiese Wetterfront breit machte. Wolken und kaltes Wetter. Also beschloss ich spontan einfach weiter zu reisen Richtung Spanien. Als Ersatz dafür hab ich mich abends dann schön vom Atlantik verabschiedet.

Zuvor gabs noch ne krasse Fahrt durch ein Riesen Hafen-Industrie-Gebiet mit Chemiefabrik, Raffinerie und dazugehörigen Fahrzeugen auf der Straße. Auch nett…

 

Ja und dann der letzte Tag bot mir noch mal die volle Bandbreite: Schotterstraße wie in Lettland (Stichwort: Kolka), spanische Kleinstadt in der man angestarrt als würde man von einem anderen Planeten kommen und zu guter letzt nochma ein fieser Ritt über eine 3 spurige Schnellstraße (also eigentlich: Autobahn).

Aber das alles war vergessen als ich in Sevilla auf der Avenida de la Constitucion bog und die schöne Stadt erblickte. Dann schön auf den Plaza Nueva gesetzt und dort mein 2. Zielbier getrunken. Das erste war ja in Portugal. So ein schönes portugiesisches Bier :) Das schmeckt echt besonders gut nach 2 Wochen und knapp tausend Kilometern. Und so saß ich grinsend da, hielt noch nen Schnack mit einer älteren Dame aus Sevilla wo ich denn alles so hinmuss und was ich noch so sehen müsste. Ein paar letzte Fotos geschossen und dann gings ab Richtung Zug und dann nach 2 Stunden Fahrtzeit bin ich in Malaga angekommen. Glücklich und gelassen und mit dem Gefühl nun endlich bald wieder in heimischen Gefilden umherzufleuchen…

Auf Bald. Freu. Spring…

 

 

Verfasst von: Sandro | 25. März 2008

Ziel erreicht

8 Tage hat es gedauert bis wieder den alten Radtourrhythmus gefunden hatte. Lange hats gedauert, aber das Schlafdefizit, samt Unfitness und Uebergewicht hab ich ne ganze Woche durch die Gegend geschleppt. War halt nicht optimal am Tag der Abreise um 7 in der Fruehe ins Bett zu gehen, Fahrradmaessig hab ich auch einige Defizite gespuert. In Malaga is nicht so cool mit dem Rad zu fahren und ueber das gute Essen und die Auswirkungen brauch ich niemanden was zu erzaehlen ;)

Aber vergessen und Vergangenheit, denn ich habe in einem starken Ritt mal eben 110km in den Asphalt gebrannt, dabei hatte ich noch Zeit fuer nen Schnack und nen Cafe mit nem Portugiesen, der in Deutschland arbeitet, einen Plausch mit nem Ehepaar aus Neubrandenburg (Herrrlich… Meklboerger unter sich!) und auch einen  kurzen Erfahrungsaustausch mit ner andren Radreisenden, die mir entgegen kam.
Wind kommt inzwischen von schraeg von vorn und hat etwas nachgelassen. Je naeher ich aber meinem Ziel kam, desto staerker wurde er. Das coolste aber waren die letzten 10 km! Dort hatte ich das erste mal seit Tagen Rueckenwind. Ich sag euch das ist wie Fliegen ;) Schoen im dicksten Gang ohne wirklich treten locker auf 40 km/h.

Und dann wars erreicht. Der suedwestlichste Punkt Europas. Schnell Zelt aufgebaut, Essen gemacht und dann zum Sonnenuntergang und Zielbier auf die Felsen gepackt. Watn Tach!

Heute also einen Tag danach hab ich mir noch Sagres angeschaut. Hat irgendwie Aehnlichkeit mit Tarifa. Klein, idyllisch und viele viele Surfer. Ich wuerd gerne jetzt noch die Kueste Richtung Norden fahren… Nur nicht mit dem Rad ;) (Stichwort Gegenwind)

Dann pack ich gleich mal mein Zelt ein und mach mich auf dem Rueckweg Richtung Sevilla. Bin ja jetzt gut dabei ;)

Ich sach ma ab jetzt gehts nur noch Richtung Deutschland ;)

Verfasst von: Sandro | 22. März 2008

next stop: Portugal

Heute wieder etwas zum Thema: „Wie zermuerbe ich einen Radfahrer!“ Man nehme: Ein paar Berge, schoener Regen, Wind, ordentlich Schotter und dementsprechend Matsch, viele Abzweigungen ohne Schilder und ach ja dann noch ein wenig Gegenwind mit schier endlosen Geraden. Das ganze Runde man ab mit schoenen Inustriegebieten und ordentlich Verkehr. Einmal gut umruehren und 3 Tage ziehen lassen. Voila. Einmal zermuerbter Radfahrer ;)

Naja nun zu den schoenen Sachen. Gestern bin ich schoen durch den Doñana Nationalpark gefahren, hab viele Voegel gesehen und auch lustige Bauern auf nen alten Wagen mit Eseln, die mir glatt ein Bier ausgegeben haben. Abends hab ich endlich den Atlantik erreicht. Da konnt ich mir natuerlich nicht entgehen lassen abends einmal reinzuspringen. Endlich!

Im Augenblick bin ich in Hueva. Wenn alles klappt komm ich heut abend in Portugal an. :)

Frohe Ostern

Verfasst von: Sandro | 19. März 2008

der Auftakt

Die ersten 4 Tage hatten es in sich. Es war alles dabei was man sich so denken kann. Naja wir wollen mal nicht uebertreiben. Ich hatte keinen Gabel -oder Speichenbruch, hingefallen auch nicht. Also fassen wir es kurz zusammen:

Der erste Tag sollte mich lehren nicht so doll auf die Hinweise der Passanten zu hoeren. Denn so fragt man 3 Spanier nach dem Weg bekommt man 4 verschiedene Antworten. Einer will einen zurueck auf die Autobahn schicken, der weitere kennt den Weg nicht, wieder einer der zwar den Weg kennt, ihn aber nicht erklaeren koennte. Man sollte woanders nachfragen… Naja und der vierte Weg fuehrt einen direkt in einen fetten Umweg…. Durch die Berge… ;)  Den hab ich auch direkt genommen um mich dann am 2. Tag direkt zu verfahren. Verfahren hab ich mich in Wirklichkeit nicht, aber der nicht! asphaltierte Schotterweg verfuegte ueber keinerlei Beschilderung und gleichzeitig viele viele Kreuzungen.
Ich kam letztlich da raus wo ich wollte. Endlich auf dem rechten Weg. Der Aufstieg konnte beginnen und es ging auch gut los. Abends dann auf dem Zeltplatz dann das erste mal mein geliehenes Zelt aufgestellt (In der ersten Nacht hab ich noch im freien geschlafen)

Nachts kam dann eine Windboee nach der anderen angepeitscht. Und ich hab mich noch beim aufstellen gewundert: Nanu gar keine Sturmleinen?! So wurde dann schoen das Zelt in mein Gesicht gedrueckt. Ja gut. Plan B. Mit ein paar Schnueren Sturmleinen basteln. Aber zu spaet. In der Zwischenzeit hat eine fette Boee eine der Zeltstangen durchbrochen. Und ich wunderte mich noch: „Nanu. Eben war das Zelt noch hoeher.“ Ende des Liedes war, dass ich in einem halb eingefallenen Zelt und Sturm versucht! habe zu schlafen…

Also auf in den naechsten Tag und Richtung Ronda durch die Sierra de las Nieves. Dort konnte man mir zwecks neuer Zeltstangen nicht weiterhelfen. Also weiterfahren, draussen schlafen und hoffen, dass es nicht regnet. Dies sollte sich zumindest fuer die Nacht erfuellen…

Der heutige Tag war dann gepraegt von Wolken, Regen und Regenguessen. Bergrauf und Runter bis nach Arcos de la Frontera. 80 km warens heut. Hoechstwert. Morgen gehts weiter Richtung Kueste. Mal schauen ob ich den rechten WEg finde… Sprich ohne Autobahn. Sieht naemlich gar net so einfach auf der Karte aus.

bis demnaechst.
Sandro

Verfasst von: Sandro | 14. März 2008

Auf gehts!

Auf nach Portugal… Auf zu neuen Taten…

 

Am liebsten natürlich mit meinem Lieblingsgefährten. Ein Herr namens Gudereit ;) Ein treuer Begleiter seit vielen Jahren. Nie zickig und immer voll bei der Sache. Eine kleine Frischzellenkur hat der Gute auch grad absolviert (Neue Kette, neue Ritzel, neue Schaltung). Das heißt frisch zu neuen Ufern. Nur wohin?

 

Ich sag mal Marschrute Westen. Was kommt da alles auf mich zu? Erstmal wieder ein paar Mittelgebirge. Dürfte so auf 1500 m raufgehen. Also nichts was man als unbezwingbar bezeichnen könnte. Danach wird’s flach bis irgendwann Küste kommt. Und dann dort immer weiter bis die Spanier nicht mehr Spanier heißen sondern Portugiesen. Mal schauen wie es dort so aussieht. Der kleine spanische Bruder sozusagen ;) Das Holland der Spanier ;) Und dort auch immer weiter bis es nicht mehr weiter geht. Das ist dann der südwestlichste Punkt in Portugal. Von dort gehts zurück nach Sevilla.  Ich habe keine ahnung wie viele Kilometer das sind. Aber das ist das Ziel und drunter mach ichs net…

 

Also auf die Pferde ihr Reiter. Naja. Mein Pferd ist ein Drahtesel und galoppieren kanns auch net. Aber immerhin brauchs net zuviel zu futtern. Hat auch was ;)

 

Ansonsten freu  ich mich auf heimatliche Orte mit vielen Freunden, einer gewohnten Sprache und vielen vielen schönen stunden in vertrauter runde 

Bis demnächst.

Der sandrow

Verfasst von: Sandro | 10. Januar 2008

wieder wärmer…

Mein Winter dauerte knapp 3 Wochen. Zumindest der Gefühlte. Ich bin wieder in Malaga angekommen und Málaga erwartete mich zunächst mit Regen und Nebel aber mit annehmbaren Temperaturen… Zumindest wenn man glaubt es sei Frühling ;)

 

Hinter mir liegen 3 abwechslungsreiche Wochen in Deutschland. Es war alles dabei: Familie, Freunde, Regen, Wind, Meer, Berge, Schnee, Rodeln, Schneemann bauen, Menschen kennen lernen, Volleyball, saunieren…

Zunächst der neblige Norden mit vielen Freunden und Familie. Ne Runde Beachvolleyball war auch drin. Es war toll wieder die Heimat zu sehen. Aber kaum, dass ich da war musste ich auch schon weiter. Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Potsdam zum couchsurfen (www.couchsurfing.com) ging es weiter Richtung Bayern.

Und dort war alles bereitet für ein verschneites Silvester… Kaltes Wetter und viel Schnee. Unser Plan ins neue Jahr zu rodeln erwies sich als schwieriger als gedacht. Der „plötzliche“ Wintereinbruch führte zu leichten Verzögerungen bei der Bergerklimmung samt Autos. Man bemerke wir wollten vom Parkplatz noch mal 800 Höhenmeter laufen. Und wohlgemerkt es war bereits um 11 als wir feststellen mussten, dass ein paar Schneeketten für 2 Autos definitiv zu wenig sind. Also alle Mann raus aus dem Auto anschieben helfen. Ok. Das brachte nur mäßigen Erfolg. Also Schneeketten raus und Abschleppseil ran. Zur besseren Traktion, und um den fälligen Fußweg zu sparen, entschieden sich drei Wagemutige von uns auf der Motorhaube des ersten Autos Platz zu nehmen. Mit sichtbaren Erfolg. Ein Panoramaplatz wie man ihn nur selten hat. Nunja. Am Ende brannten die Bauchmuskeln…

Eine kurzfristige Planänderung am Parkplatz ermöglichte uns doch noch das rechtzeitige Erscheinen zur vorgeschriebenen Feierstunde. Punkt 12 angestoßen und 2 Flaschen Sekt geleert. Man merke bei 9 Personen.

Nun also ab ins neue Jahr. Hinunter ins Tal gerodelt. Nunja… Neuschnee bremst ganz schön. Und so sind wir sehr sehr gemütlich dahin gerutscht. Aber hatte auch was für sich. Zum Beispiel Schnee in den Schuhen, der dann wieder gefriert nachdem er getaut ist…

An dieser Stelle noch einmal ein Dankeschön an den Andi, der mir hellseherisch sein Bergstiefel überließ. Keine Ahnung in welchem Zustand sich heute meine Zehen befänden hätte ich meine normalen Sneaker getragen…

 

Weiter in Bayern gings mit einem deftigen Spaziergang und anschließender Rodelei an einem Hang der mit Stacheldraht abgegrenzt war. Für die Todesmutigen unter uns ergab sich eine halsbrecherische Abfahrt, samt funkensprühendem Bremsmanöver. Schon irre das Gefühl wenn man selbst bei Vollbremsung noch weiter beschleunigt und der Stacheldraht in der kommenden Kurve immer größer wird und man gewahr wird: Entweder Kurve kriegen oder Stacheldraht. Nunja. Adrenalin im Winter J

Im Anschluss gings in urbayrisches Wirtshaus inklusive lokal traditionellem Stammtisch und nem „kleinen  Bier“ für den Johannes. Die Blicke der Wirtsfrau im Dirndl waren entsprechend… Ich hab mich an die Normalität gehalten und nahm ein Helles… Natürlich im halben Liter…

 

Überspringen wir direkt das Raclette und den anschließenden Morgen samt zu wenig Schlaf und kommen wir direkt auf die Fahrt nach Wuppertal zu einer alten Schulfreundin und meiner Oma in Iserlohn.

 

Es war eine Schlemmerwoche sowohl bei Hanna als auch bei meiner Oma. In Wuppertal gabs experimentellen Kus-Kus Salat mit Radieschen und vielen anderen Leckereien. In den Kochpausen gabs ein paar Partien Dart an der WG-Eignen Dartscheibe. Auf Grund höherer und unerklärlicher Umstände (wann hab ich schon mal Dart gespielt?) gingen fast alle Partien an mich… Weiter bei meiner Oma…

Ich war froh meine Oma zu sehen und weiter in meiner bewegten Familienchronik nachzufragen. Da kommen dann Themen wie Vertreibung, 2. Weltkrieg, Umsiedlung, Mauerbau zur Sprache. Langsam blicke ich da auch durch. Und unsere Familie hat definitiv Stoff für einen mittelgroßen Roman…

Weiter gings dann mit einem Besuch bei meinem Alzheimer kranken Opa, den meine Oma jeden Abend mitbetreut im Heim. Die Krankheit ist soweit fortgeschritten, dass er kaum noch sprechen kann und meist Hilfe beim Essen und allen anderen alltäglichen Tätigkeiten braucht sodass er natürlich in einem entsprechenden Heim untergebracht ist.

 

Am Dienstag ging es dann gemeinsam mit meiner Oma zum Dortmunder Flughafen, den wir gemeinsam erkundeten. Von dort weiter nach Malaga…

 

 

Und nun bin ich wieder hier im schönen Spanien. Und es ist unglaublich aber wahr. Heute war schon wieder T-Shirt Wetter. Das hab ich natürlich sofort ausgenutzt und zum Lernen im Freien mich begeben.

Was bringt mir sonst das neue Jahr? Auf jeden Fall eine neue Wohnung mit 3 neuen Mitbewohnern. 2 Marokkaner und ein Franzose. Männer-WG also. Fragen zum Thema der alten Wohnung sind erlaubt, aber auch Schnee von gestern. Fakt ist: Keine nächtliche Tränen im Nebenzimmer und das Zentrum samt tagtäglichen Sonnuntergang auf dem Balkon vor der Haustür…

 

Alles Weitere ist den Bildern zu entnehmen. Ich verabschiede mich von euch mit einer Lieblingsphrase der Spanier: No os preocupeis…

 

Oder besser 2. Person Singular: No te preocupes

 

Verfasst von: Sandro | 14. November 2007

soso…

Nun hat es auch mich erwischt… Das Heimwehfieber grassiert unter den Leuten hier. Und niemand kann sich dem so leicht entziehen. Da mag das Wetter noch so gut sein. (Málaga 14.11.07: Sonnenschein bei 25°C) Inzwischen schaut ich jeden Tag erstaunt aus dem Fenster und such nach einer Regenwolke, Nebel, Schnee, Hagel oder sonst irgendwas ekliges von oben. Stattdessen ergibt sich ein surreales Licht bei dem man gar nicht weiß in was für einer Jahreszeit man sich befindet. Gefühlt sind es warme Spätsommertage. Vom Sonnenstand her sind aber eher Oktobertage. Das wiederum passt nicht mit der Temperatur. Und Frühling ist hier auch nicht… Konfusion!

Und dann kommen da natürlich die ersten Dinge die einem nicht gefallen und man lernt die eigene Kultur zu schätzen. Es gibt wirklich komische Sachen bei den Spaniern. Z.B.:

  • sie werfen ihren Müll überall hin
  • Straßenreinigung gleicht einer Überschwemmung –> nachts kommt die Straßenreinigung und spült alle Straßen mit Wasser
  • man wird angerempelt und kaum einer entschuldigt sich
  • allgemein sind die Leute unfreundlich: „bitte“ und „könnten sie…“ existieren quasi nicht in der Umgangssprache. stattdessen steht die Befehlsform
  • außerdem lieben es die Spanier zu schreien –> im Restaurant, im Supermarkt… Aber das ist die normale art zu kommunizieren
  • die vielen Autos und Mopeds bei gleichzeitigem Fehlen eines ordentlichen Nahverkehrssystem. Von Radwegen möchte ich gar nicht sprechen. Sehr sehr umweltschädigend die Spanier…
  • Frauen und Männer aus Spanien sind immer gut angezogen. Vor allem in der Uni. Da wird man niemanden mit Schlabberpulli oder sonstigen unattraktiven oder ausgetragenen Sachen finden… Bling-Bling sag ich da nur…
  • Von einem ausgeprägten Umweltverständnis brauch ich hier nicht zu sprechen. Dafür möchte ich exemplarisch folgenden Dialog einwerfen. Ich: Wir können den Motor abstellen wenn wir hier warten. Sie: Wieso? Ich: Damit er kein Benzin verbraucht. Sie: Wieso?! (mit verzogener Miene) Das macht er doch auch so! Ende des Gesprächs…

Ok. Reicht erstmal denk ich. Falls mir nochwas einfällt lass ich das verlauten. Drum erfreu ich mich an ein paar Mitteleuropäischen Einstellungen wie:

  • Schutz der Umwelt
  • Freundliche Umgangsweisen
  • Nahverkehrssytem
  • Offenheit für anderes (mann sind die spanier konservativ!)

Ansonsten gehts mir aber gut soweit. Ich versuch mich daran zu gewöhnen und nach den „Anderen“ Leuten zu suchen, die es hier auch gibt. Bin ich mir sicher. Ansonsten kann man sich auch wunderbar mit Erasmusleuten vergnügen. Vor allem die Französinnen sind da positiv zu erwähnen ;)

So was gibt es also positives zu vermelden? Mein Praktikum läuft langsam an. Ich glaub aber nicht, dass ich in meinem späterem Leben was mit Tieren und Experimenten machen werde. Dafür blutet mir mein Herz zu sehr wenn ich die sehe. :( Grundsätzlich werd ich aber auf jeden Fall lernen, was es zu lernen gibt. ZB. Gehirnschnitte machen, Mikrospieren und vieles mehr.

Mein Spanisch wird auch besser. Ich zieh das autodidaktisch durch da ich keine 200 € für einen Kurs bezahle, der 2x die Woche stattfindet. Ich hab das Geld in Bücher und Lernprogramme investiert und dabei nichtmal die Hälfte bezahlt. Außerdem versuch ich mehr mit meinen Mitbewohnern zu machen. Auch wenn es schwer ist, da sie oft auch beschäftigt sind.

Tja. Eigentlich müsste jetzt wohl ein ausführlicher Bericht über Barcelona und Valencia folgen, aber ich hab da grade nicht so den Ansporn für. Ich werde aber ein paar Bilder hochladen. Die zeigen ja bekanntlich mehr als 1000 worte ;)

seid lieb gegrüßt und umarmt
Sandro

Verfasst von: Sandro | 25. Oktober 2007

Geburtstagstage…

Hier nur ein kurz Gruß und ein großer Dank für alle Glückwünsche, die mich hier im fernen Spanien erreichten. Bei jedem einzelnen hab ich mich sehr gefreut. Ist schon schön, dass ein paar Menschen an einen denken auch wenn man fern der Heimat weilt.

Nichtsdestotrotz gings auch hier mächtig ab. Abendliches um die Häuser ziehen. Da gabs unter anderem eine Flamenco-Performance und auch eine zufälliges Zusammentreffen mit lustigen Französinnen und deutschen mitten in der Nacht :)

Und nun gehts auch schon weiter. Ich mach mal Urlaub von Malaga und flieg für ein Wochenende nach Barcelona. Mal schön Sight-seeing und das gute Erasmus-Stipendium verprassen, welches ich noch nicht erhalten habe… In Barca wird dann ein großer Traum für mich wahr… Ein Spiel im Nou-Camp mit einer der besten Fußballmannschaften der Welt: Ronaldinho, Messi, Henry, Eto’o… Und dazu ein gigantisches Stadion mit einem Fassungsvermögen von ca. 100.000 Menschen… Der Wahnsinn.  Da freu ich mich wie ein kleiner Bub drauf. Dies heißt aber natürlich nicht, dass ich meiner liebsten Mannschaft untreu werde. ;) Der FCH ist und bleibt da wo er hin gehört. ;)

Ansonsten gibts natürlich das übliche Touriprogramm. Ramblas, Sagarda Familia, Hafen,… Darf man ja nicht verpassen wenn man grad mal hier auf der Ecke ist. ;)

So nun. Bevor ich noch den Zug verpasse. ;)

Grüße nach Rostock, Greifswald, Berlin, Oberpframmern, Leipzig,…

Verfasst von: Sandro | 11. Oktober 2007

Und Nun?

Die Zeit, meine Lieben verfliegt hier so schnell wie noch nie zuvor in meinem Leben. Jeden Tag gehts hier gutgehend zur Sache. Ob Uni, Strand, Ausflüge, beisammensitzen oder Ausgehen. Alles ist hier wie in einem Zeitraffer aus dem man Hin- und wieder aufwacht und sich fragt, ob das alles real ist. Aber da klopft schon das nächste Ereignis…

Also für euch auch ein kleiner Zeitraffer:

  • 2 Besuche von Kommillitonen aus Greifswald (als Zwischenstop auf dem Weg nach Cádiz)
  • Besuch beim Zahnarzt mit anschließender teils niederschmetternder bis erheiternder Diagnose…
  • Ausdrucken eines kompletten! Bafögantrages in einem Internetcafé zum Preis von 5 €
  • Radtour auf 900 m
  • das erste mal ausschlafen seit 8 Wochen oder so…
  • bis letzte Woche jeden Tag Sprachkurs, Strand und baden bei 25° und Sonnenschein…
  • diese Woche jeden Tag Uni, Strand und baden bei 25° und Sonnenschein….
  • vergangenes Wochenende Ausflug in die Berge bei Málaga
  • letztes Wochenende Besuch von Markus aus Leipzig

Leider wars das jetzt mit Sprachkurs fürs erste. Ich muss schauen, ob dafür noch Zeit bleibt während der Uni. Denn die geforderten 30 ECTS von Erasmus sind nicht ohne. Außerdem müssen wir dafür 200 Euronen hinblätten.

Der Stundenplan steht schonmal. Jetzt wird hier alles formalisiert und dann bin ich auch endlich offiziell Student an der UMA.  Ich habs sogar geschafft mir hier 2 Praktikas an Land zu ziehen. Eins mit Ratten, denen ich am Ende eines Experiments ihr Gehirn gefrieren kann um es dann in handliche Stücke von wenigen µmeter zu schneiden und dann die Neurone zählen kann. Das andere Praktikium ist eine klassischen EEG-Studie. Dort heißt es also mit Probanden reden, Käppchen aufsetzen und dann schauen ob alles glatt läuft und dann wieder alles fein sauber machen… Und ja nix kaputt machen. Meist hat man da Technik im Werte eines Mittelklassewagens am Start…

Wie ist nun die spanische Uni so? Mir fällt da nur „back to school“ ein. Ich komm mir vor wie in einer Schulklasse. Alle schreiben Wort für Wort mit was der Dozent erzählt. Dafür spricht er zuweilen ganz langsam, was mir natürlich entgegen kommt. Aber für mich zum mitschreiben immernoch zu schnell. Es gibt Hausaufgaben für alle. Das Niveau ist glaub ich ungefähr gleich. Vielleicht ein bisschen weiger forschungsorientiert. Denn was ein Doppelblindversuch ist sollte jeder Psystudent im 9. Semester wissen…

Mit dem kennenlernen ist es dann doch etwas schwierig, das es keine kleinen Seminare gibt. Alles läüft in großen Vorlesungen :(

Zu guter Letzt jetzt noch die Chris Davies Story. Also das vorletzte Wochenende bin ich auf nen Berg nahe bei Malaga gekraxelt mit meinem Rad. War super schön da oben. So schön ruhig. Oben auf dem Gipfel setzte ich mich dann zu zwei englischen Tourenradlern. Der eine sah schön ganz schön alt aus und ich dachte mir Respekt mit soviel Jahren noch Tourenrad fahren is schon richtig geil. Daraufhin fragte ich dann seit wann er so Touren fährt. 1952 war seine trockene Antwort. Grad ist er in 2 Wochen von Bilbao nach Malaga, also einmal quer durch Spanien gefahren… Wie geil dacht ich mir. Und als sein Begleiter dann erzählte wieviel Meilen er bereits zurückgelegt hat bin ich nur in ehrfurchstvollen, verzücktes Staunen verfallen. Für mich einfach nur ein Idol. Mehr als eine Million Kilometer auf dem Rad… Ich bin noch ein Stück mit ihm gefahren und hab noch ein Bild gemacht. Für mich eine der beeindruckendsten und unerwartetsten Momente hier und auf dem Rad allgemein…

So liebe Leute: ich mach mich vom Acker… Der Zeitraffer ruft ;)

Seid lieb umarmt
Hasta luego

Verfasst von: Sandro | 2. Oktober 2007

„Ein Cuba Libre bitte!“

Sicherlich kein ungewöhnlicher Spruch in einer Kneipe, Club oder Discothek. Jedoch würde niemand so eine Aufforderung in der Mensa einer Universität erwarten. Unmöglich sagt ihr? Nicht in Spanien. Denn bei einem Blick auf die Speisekarte der Cafeteria der UMA (Universidad de Málaga) findet man alles was das Trinkerherz begehrt. Bier, Vodka, Rum, Baileys…

Also warum nicht mal nen schönen Vodka-O  vor der Vorlesung und danach gleich weiter mit lässigen Baileys on the rocks? So lässt sich auch der schlimmste Prof ertragen. Vorbei die Zeit wo man sich noch selbstversorgend sein Stoff mitbringen musste. Die UMA machts möglich. Ein Himmelreich für Alkis… ;)

Ein feucht-fröhliches Semester euch allen

Verfasst von: Sandro | 30. September 2007

883.000 Meilen = 1.412.800 Kilometer

Diese Zahlen dort oben sind nicht meine zu Fuß zurückgelegten Kilometer in Malaga um eine Wohnung zu finden. Es handelt sich auch nicht um den Abstand von Erde und Mond. Worum diese Zahlen sich wirklich drehen erzähle ich euch am Ende des Textes, denn schließlich handelt es sich hier um eine chronologische Erzählung. Erzählung haben einen Anfang und ein Ende.

Drum beginnen wir mit dem was vor 2 Wochen so geschah. Ah ja. Meine Erholung von der durchzechten Nacht. Ja das dauerte nur bis Mittwoch. Denn wer kam da nun zu Besuch. Die Agnes und Gordon waren von der Partie. Für alle die nicht wisssen wer die zwei sind: Ich hab fast 2 Jahre gemeinsam mit der Agnes ein Badezimmer geteilt. Das verbindet ;) Und der Gordon ihr Freund…

Also was macht man so mit Freunden? Ganz klar. Lecker Essen. Agnes nannte es dekadent. Ich nenne es hochklassig. Über die Beurteilung entbrannte dann eine Diskussion. Vor allem über die Bedeutung von „Dekadenz“… Laut Wiki = kultureller Niedergang… Und ich bitte euch. Würdet ihr ein leckeres als Zeichen eines kulturellen Niedergangs ansehen? Nun ich net. Aber egal. Das Essen war unheimlich lecker. Darüber waren wir uns einig. Es gab einen Tomaten-Mozarella Salat mit echtem Mozarella Käse aus Büffelmilch, dazu leckere Garnelen in Knoblauch angedünstet. Dann im weiteren Kus-Kus mit einer Söße aus frischen Gemüse… Läägger…

So den nächsten Tag kam dann noch die Valerie, meine derzeitige Mitbewohnerin aus Greifswald hinzu. Hab sie ganz überraschend vom Zug abgeholt und wir haben uns beide wie Schneekönige gefreut :D
Dann gabs ein Touri-programm. Einmal quer durch die Stadt und hinauf zum Gibralfaro, eine kleine Festung auf einem Hügel direkt am Zentrum von Malaga. Sehr schöner Blick auf Malaga.

Und abends? Gabs natürlich lecker Essen Teil 2. Diesmal mit frischen Lachs, Reis, Salat und einer Tomatensauce. Als Schmankerl gabs dann eine leckere Nachtischkreation von mir. (Ich liebe Nachtisch machen) Ich nenne es: Vanilleflammerie an Pfirsichscheiben in geschmolzener Haselnussschokolade und einen Hauch von Zimt… Der Hammer…

Soso… Alle lecker und glücklich. Am nächsten Tag wieder Touri-Programm. Diesmal gings raus in den Botanischen Garten. Zu dritt: Valerie, Tina (Freundin vom Spanischkurs) und ich erkundeten allerlei Blumen, Bäume, rochen an duftenden Blüten und erfreuten uns an der Farbenvielfalt. Zu abend gab es dann ein deftiges Resteessen… Hehe… Alles muss weg. Nicht zu vergleichen mit den vorigen Tagen, aber auch sehr lecker. Es war der Freitag abend und zum Abschied von Agnes und Gordon gingen wir abends nochmals baden im Mittelmeer. Klaro kein Ding bei 23°C Wassertemperatur und 25°C Außentemperatur. Um Mitternacht verabschiedeten sich die 2 dann Richtung Valencia.

Und die Valerie und ich? Ja wir fassten den Plan nach Tarifa zu fahren. Was wir dann auch gleich Samstag in die Tat umsetzten. Endlich. Das Land der Träume für alle Kiter, das Mekka für viele Surfer. Und auch für uns 2 in vielerlei Hinsicht eine unvergessliche Zeit. Tarifa war superschön und inzwischen im September sehr ruhig, da es nicht mehr so viel Wind gibt. Der Strand war nicht allzu voll. Von weiten waren sie aber zu sehen. Im Bus zur Mittagszeit angekommen spazierten wir durch das Dörfchen und erkundeten kleine Gässchen, Straßen und den Strand. Tarifa, für alle die nicht komplett Europa im Kopf haben, ist die südlichste Stadt auf dem Europäischen Festland, bis nach Afrika kann man quasi rüberspucken. Außerdem kann man genau hier das Mittelmeer und den Atlantik zugleich sehen. Sehr cool.

Unvergesslich war Tarifa für mich, weil ich hier eine Füllung aus dem Zahn verlor. Wie geil… Aus diesem Grund hatte ich dann das Vergnügen mal eine spanische Zahnarztpraxis von innen zu sehen. Aber zuvor war ich ja noch in Tarifa. Die Valerie und ich wanderten solange die Sonne schien am Strand entlang und machten es uns ca 6km außerhalb von Tarifa gemütlich. Wir hatten keine Lust auf Zeltplatz und so schliefen wir direkt am Strand. Erinnerte mich total an die Radtour von vor 2 Jahren. Mit Meeresrauschen einschlafen, aufwachen und am Morgen zum Aufwachen in die Fluten springen. Auch wieder mal nur geil. Soviele tolle Dinge gibts hier… Dann am Mittag mussten sich unsere Wege trennen. Ich zurück nach Malaga und die Valerie weiter wandern zur Zoe, einer Bekannten von mir, die ich hier kennengelernt habe. Wie ich las ist sie dort auch gut aufgenommen worden.  Die Zoe ist nämlich ne ausgemachte Tarifa-Expertin und Surferin. Da war ich sehr glücklich als ich sie vor 2 Wochen hier in Malaga kennenlernte.

Nun ja. Mein Weg nach Malaga verlängerte sich auf Grund der nicht verkehrenden Busse nach Tarifa erheblich. Und so bin ich mit Sack und Pack wieder 3 Stunden durch den Sand gestapft. Und da mir der Gesprächspartner fehlte tat ich, das was man in langwierigen anstrengenden Situationen so macht. Man lenkt seine Gedanken auf etwas spannendes. Ich hab mir auf dem Weg nach Tarifa eine interessante Geschichte ausgedacht. Sehr cool. Sie heißt: „Die grüne Guerilla“ und handelt von einer Einheit in der Zukunft die gegen übermächtige Großkonzerne kämpft… Und Tarifa ist ihr Stützpunkt… Vielleicht schreib ich das auch mal auf.

Und nun zurück in Malaga am Sonntagabend. Genau vor einer Woche. An dieser Stelle werde ich diese Erzählung leider abbrechen, da mein Magen unheimlich knurrt. Also doch eine Geschichte ohne Ende. Aber um euch unnötiges Kopfzerbrechen zu ersparen sage ich euch was es mit dieser Zahl auf sich hat. Genau  883.000 Meilen hat ein gewisser Chris auf dem Rad zurück gelegt, den ich heute auf dem Berg traf. Wie es zu diesem Treffen kam, warum und weshalb und alle Details in meiner nächsten freien Stunde hier in diesem Blog.

Bis dahin

Sandro

Verfasst von: Sandro | 17. September 2007

Die erste Woche

hab ich schonmal geschafft. Oder die Woche hat mich geschafft? Es ging auf jeden Fall schonmal gut an.

Am Sonntag war nochmal Entspannung angesagt. Meine kurzer Trip nach Deutschland war dann nämlich doch nicht ohne. Montag war dann das erste Mal Kurs angesagt. Wie üblich gibts ne Vorstellungsrunde wo man so über sich und sein Leben erzählt. Ganz nett zum Einstieg. Insgesamt gibt es 4 Einheiten a ca! 45 Minuten. Das ca ist wörtlich zu nehmen. Da Pausen und Stundenlängen gewissen Schwankungen unterlegen sind. Man hat immer das Gefühl Anfang und Ende sind nicht so standardisiert. Sehr entspannt und locker. Wir lachen viel und die Lehrer erzählen viel über sich. Das ist wirklich ganz anders als in Deutschland, wo man fast nie etwas persönliches über den Lehrer erfährt.

Der Unterricht ist aufgeteilt in Konversation und dann Grammatik. Also erst ein wenig entspanntes Plauschen mit Themen wie: die SMS-Sprache der jungen Leute oder wie ist deine Heimatstadt.
Danach dann fiese Grammatik mit der Emma. Ach ja. Lehrer werden hier grundsätzlich mit Vornamen angeredet. Also haben wir Emma und Antonio.

Emma scheint sich manchmal ein wenig zu langweilen, drum gibt es dann lustige Spiele wie Konjungieren von schweren Verben unter Leistungsdruck. Wer falsch aufsagt fliegt raus. Oder wir müssen für sie eine spannende geschichte erfinden. Wer das nicht ordentlich macht bekommt definitiv Schelte von ihr. Meist in Form von „leicht“ ironischen Kommentaren ihrerseits. Eine leicht sadistische Ader ist eindeutig nicht zu verkennen. Aber sowas ist man ja gewohnt aus Schulzeiten.

Antonio ist eher helfend und bei ihm steht die homoerotische Ader im Vordergrund. Aber nicht anzüglich oder so. Eher von seinen Bewegungen. Lustiger Typ, der gerne lacht und Späße macht. Diesmal aber nicht über uns, was auch ganz gut so ist ;)

Die ersten Tage war ich dann sehr müde vom vielen reden und lernen. Aber das ist Erasmus… Donnerstag war dann erstes gemeinsames Weggehen mit den Erasmusleuten. Die erste Erasmussprache ist… Deutsch. Ganz klar bei mehr als 50% der Erasmusstudenten die allein aus Deutschland kommen. Dazu kommen noch die Ösis. Also ganz easy Leute kennenzulernen. Aber halt meistens Deutsche. Aber wir waren beim Weggehen am Donnerstagabend. Also Treffpunkt 23 uhr am Plaza Merced. Der Hauptplatz zum Weggehen in Malaga. Meine Wenigkeit wollte eigentlich nur Präsenz zeigen. Ein kurzer Plausch und dann vielleicht ein Bier. Ok. Wo landete ich?

  • In einer Chupitobar (leckere Kurze zu kleinen Preisen)
  • in einer Bar mit fetter Flamenco-Performance
  • quatschend auf dem Balkon mit dem Mädel was ich nur nach Hause bringen wollte
  • um 7 in meinem Bett…

Soviel zum Thema Präsenz zeigen… Die zeigte ich dann am nächsten Tag am Strand ;) Das war einfach viel zu früh und Hausaufgaben hatte ich auch nicht. Jaja Erasmus. Gut gehts los. Aber dafür dann dort ein wenig Spanisch.

Zum Glück war dann Wochenende, an dem ich mich eigentlich erholen wollte. Was kam dazwischen ? Besuch von 2 lieben Reisenden mit denen wir Malaga, den Strand und das Nachtleben aufs vollste genossen. Hanna und ihr Mitbewohner aus Wuppertal, der Jonas, kam zu Stippvisite in mein Heim. Und holla die Waldfee es ging gut weiter. Tag wie nacht. Wo landete ich diesmal… An einer Kloschü… Ok. darüber wird stillschweigen gewahrt. Fakt ist: Wir haben Hanna und Jonas gut zum Flughafen gebracht und sind dann früh um 7 heim gefahren, welches wir im Morgengrauen erreichten.

Der Sonntag war dann von „entspannen“ am Strand gekennzeichnet. Wobei ich mich eher auf das Schlafen spezialisierte. Schön wars. Und auf jeden Fall ein guter Start ins Erasmus-Semester.

Die nächsten auf der Besucherliste sind: Agnes und Gordon aus Leipzig, danach Katja aus Greifswald und zu guter letzt hat sich die Valerie aus meiner jetzigen WG in Greifswald angesagt. Das kann ja noch was werden im September ;)

Im nächsten Beitrag dann: Mein Kampf um die Einschreibungen, Erasmus oder Orgasmus?, Spanisch für Sprachlose ;)

Verfasst von: Sandro | 9. September 2007

Der Abschluss

Was kann man zu so einer Tour noch abschließend sagen? Tausend Geschichten, die ich vergessen habe zu erzählen, nochma tausend für die ich keine Zeit hatte. Also hinein in ein paar vergessene Anekdoten.

Aber halt… Vorher ein paar nackte Fakten:

  • gefahrene Kilometer: ca. 2100 (Fahrradcomputer hat bei 1800 km aufgegeben)
  • erklommene Höhenmeter: ca. 17000
  • Pannen: 3
  • Wasserverbrauch während der Fahrt: 4 L pro Tag
  • Schokoriegelverbrauch: mindestens 5 pro Tag
  • gegrüßt worden in Frankreich: mindestens 10 x am Tag
  • gegrüßt worden in Spanien: ca. 1 x am Tag

An den letzten beiden Fakten kann man sehen, was die Spanier über Radfahrer so denken…. Nix nämlich. Ich interpretiere deren Blick einfach mal als Verblüffung wenn ich ihnen ein Hola! entgegenbringe.

Aber fangen wir doch wie immer am Anfang an. Ein Schmankerl was ich nie berichtet habe war die Zeit in Genf. Dort war ich nämlich der Verzweiflung nahe und war kurz davor alles hinzuwerfen bevor es überhaupt los geht… Wie kam es dazu?

Alles fing mit einer harmlosen Schraube an meinem Vorderradgepäckträger an. Ich wollte den Gepäckträger anbringen und zog dafür diese jene Schraube mal ordentlich ins Gewinde. Zu ordentlich. Denn auf einmal ging gar nix mehr. Mir schwante da schon böses. Nach herausdrehen und wieder reindrehen merkte ich, dass ich scheinbar ein neues Gewinde reingedreht habe und sie nicht mehr fest sitz. Das war der erste Schock. Der zweite war als ich versuchte den Gepäckträger doch noch anzubringen. Das klappte nämlich auch nicht mehr. Komisch. Zu hause war doch alles wunderbar? Und hier war er immer schief. Später sollte mir klar werden, dass ich das Vorderrad eingedreht hatte und somit es aussah als ob der Gepäckträger schief wäre. War er in Wirklichkeit gar nicht. Soviel Dummheit tut schon fast weh oder?

Schock Nummer 3 trat ein als ich versuchte an der Schaltung ein Finetunig vorzunehmen. Nur ein wenig einstellen. Was war das Ergebnis? Die TOTALE Katastrophe. Ich hatte ungefähr noch 3 Gänge die funktionierten. Und das wars. Ich fasse also zusammen: Kein funktionierender Vorderradgepäckträger und keine Schaltung. So schläft es sich nicht sonderlich gut. Ich war schon mit den Nerven am Ende bevor der Start überhaupt vollzogen war.

Hier die Lösung: Schraube ersetzt durch einen anderen Gepäckträger, den ich im Laden kaufte und wieder zurückgab. Ein Austausch sozusagen. Die Schaltung bekam ich nach langem probieren wieder hin und stellte seitdem keinen Millimeter mehr daran herum. Ich war so glücklich losfahren zu können. :)

Auch habe ich von meinen kulinarischen Entdeckungen noch nicht erzählt. Die Schweizer und Franzosen habens schon mächtig drauf mit dem Essen. Meine Highlights:

  • Pistazienschokolade (die beste Schokolade, die ich je gegessen habe…)
  • Schokopudding mit Kokos
  • Brot mit Oliven…
  • Schokoaufstrich ausm Aldi ;)

Weiter vom kulinarischen zum Resüme zu ein paar Vergleichen. Beginnen wir mit der Frage: Was ist besser? Flach- oder Bergetappe? Da fällt mein Votum klar und deutlich für die Bergetappe aus. Nie wieder ohne Berge. Ist einfach nur gigantisch schön. Weder in Worte geschweige denn in Bilder zu fassen. Man vergisst die Strapazen sowas von schnell und irgendwie ist man nach ca. 3 Bergen einfach dran gewöhnt, dass es nicht ganz so schnell voran geht. Und spätestens bei der Abfahrt fragt man sich, ob man wirklich so hoch gefahren ist. Schließlich ist so ne Abfahrt schon ganz schön lang. Und jedem entgegenkommenden Radfahrer bei der Abfahrt möchte man trösten bei dem was da noch auf sie zukommt.
Einzig das Meer kann mit den Bergen mithalten. Mit dem Meer an der Seite fährt sich es sich im Flachen sehr angenehm. Ohne ist es einfach todlangweilig alleine.

Die nächste Frage: Allein- oder gemeinsam. Hier gibts ein definitives „SOWOHL ALS AUCH“. Alleine fahren ist am Anfang schwer und wird mit jedem Tritt besser. Man lernt wirklich mit sich und seinen Gedanken in eine angenehme Welt zu gehen. Auch wenn es nicht so läuft versucht man das Beste draus zu machen. Außerdem ist man dynamischer beim Aufstehen und losfahren. Es gibt einfach niemanden an dem man sich halten kann. Alles wird zielstrebiger und geradliniger. Zu zweit (oder mehr) kann man die Zeit, Erfahrungen, Gefühle und Gedanken teilen. Das erleichtert die Fahrt ungemein und macht die Erinnerungen irgendwie reicher und lebendiger.
Das Schwierige ist eigentlich nur die Umstellung. Wenn man das geschafft ist eigentlich beides toll

Wo wir gerade bei Umstellung sind. Natürlich ist es nach über 4 Wochen Radtour gar nicht so einfach wieder ins „normale“ Leben eizusteigen. Hier ein paar Hinweise dafür:

  • man trinkt weiterhin aus den Trinkflaschen
  • nachts läuft man mit Stirnlampe durch die Wohnung
  • man verschlingt immenoch Spaghetti für 2
  • morgens sucht man den Reißverschluss vom Zelt

Ich denke ich belasse es erstmal dabei. Die nächsten Einträge werden dann endlich von Spanien und den Erfahrungen hier handeln. Und da gibts auf jeden Fall auch viel zu berichten.

hasta luego

Verfasst von: Sandro | 1. September 2007

Is mir schlecht ?!

Es muss wohl an der Hoehe gelegen haben, dass ich mich am Pico de Veleta mich alles andere als wohl gefuehlt habe. Aber wie immer der Reihe nach.

Zuerst hiess es um 6.20 Uhr aufstehen um den Zug nach Granada zu bekommen. Am Bahnhof gleich der erste Spass. Gepaeckkontrolle wie am Flughafen. Was ein Spass. Einmal das komplette Gepaeck abnehmen, dann aufs Band und anschliessend schoen wieder anbringen. Und oh Wunder! Keine Bombe in meinen Gepaecktaschen. Insgesamt durfte ich mein Gepaeck genau 10 Mal abnehmen oder wieder anbringen. Das lag zum einen an den genialen Zuegen die definitv nicht fuer Fahrraeder vorgesehen sind oder an den nicht vorhandenen Fahrstuehlen/Rolltreppen. Aber jetzt bin ich wenigsten drin beim Taschenanbringen und oder abnehmen ;)

Der 1. Tag fuehrte mich an den Fuss der Sierra Nevada. Ich hatte einen tollen Blick auf die 1. Berge. Ich war dann aber schon frueh am Campingplatz und hab mich dann dort am Pool auf die kommenden Strapazen vorbereitet. Ja fuer 18€ die Nacht kann man wohl nen Pool erwarten oder? Der teuerste Campingplatz auf dem ich auf meiner gesamten Reise gewesen bin.

Ok. Neuer Tag, neues Glueck. Ich kam so gegen 9 los und war eigentlich auf alles vorbereitet. Die erste Stunde war wie gewohnt schwierig. Dazu kamen Anstiege von ca 15%, die ihr uebriges taten. Danach lief es aber immer besser und so gegen 1 war ich schon auf 2000m. Wohlgemerkt: Der Gipfel lag auf 3200 m Hoehe und dort oben sollte mich eine Berghuette laut Plan erwarten.
Auf 2000m war es dann auch ganz angenehm von der Temperatur. Ich habe kaum noch geschwitzt. Dafuer wurde natuerlich der Wind immer staerker, der am Gipfel natuerlich seinen Hoehepunkt hat. Da muss man schonmal die eine oder andere Boe abwarten bis man weiter fahren kann.

Aber zurueck zur Mittagszeit. Mit zunehmender Dauer bekam ich leichte Kopfschmerzen, war leicht benommen und vor allem total muede. Ich bin fast auf dem Rad eingeschlafen. Also im Sinne von mir fielen die Augen zu. Getrunken hatte ich eigentlich genug. Dachte ich zumindest. Ich hatte nur ausser acht gelassen, dass die Luft auf dem Berg extrem trocken war. Und so reichten dann 4 Liter Wasser waehrend der Fahrt plus ca. nen halben Liter unmittelbar vor der Fahrt nicht aus. Aber das sollte ich erst spaeter merken.

Auf ca. 2600m war dann die letzte zivilisierte Station. Dort habe ich nochmal meine Flaschen aufgefuellt und waehnte mich auf der sicheren Seite. Die letzten 600m hinauf waren dann aber extrem hart. Die Strasse war schlecht, der Wind sehr stark und dazu noch relativ kalt trotz Sonne, die mir dann die Lippen verbrannte. (Sonnencreme immer uebers gesamte Gesicht verteilen ! ;) ) Ich habe viele Pausen gemacht und mich einfach ueber den Lenker gehangen. Die Muedigkeit samt Kopfschmerzen und extreme Mundtrockenheit verlangsamten die Fahrt unheimlich. Aber wie ich auf dieser Tour lernte: Man kann alles schaffen. Man braucht nur ZEIT.

So kam ich dann gegen Abend an. Eine alte Steinhuette mit einem polnischen und einem tschechischen Paerchen fand ich vor. War ganz angenehm. Ich war nur in einem sehr komischen Zustand. Von den Muskeln her war ich nicht so schlimm fertig. Ich war nur nicht ganz klar im Kopf. Reden war mir da nicht gerade ein besonderes Anliegen. Aber es reichte um mit ihnen ueber das alltaegliche zu reden: wo kommt man her, was macht man, was hat man erlebt, wo gehts weiter hin…

Kochen und Abendprogramm waren erledigt. Einen der genialsten Sonnenuntergaenge, die ich so gesehen habe in meinem Leben. Naja bin halt nur die Sonnenuntergaenge ausm Flachland gewohnt ;) Auf 3200m Hoehe sieht der ein wenig anders aus. Der Himmel war in rot und tuerkis getraenkt und am Horizont sah man Granada. Wunderschoen.

Nur das Problem mit dem Wasser war noch nicht erledigt. Ich hatte mir meine letzte Ration fuer die Nacht aufbehalten. Mit Kopfschmerzen ging ich schlafen. Inzwischen hatte ich auch ein leichtes Gefuehl der Atemnot. Ich glaub ich habe ungefaehr ne Stunde geschlafen bis ich aufwachte und mein letztes Wasser trank und ich ab dann nicht mehr einschlafen konnte. Mir war klar, dass ich unbedingt Wasser brauchte. Also was machen? Ungefaehr 100 m tiefer gab es eine Art Lagune mit geschmolzenen Eis samt Fluesschen. 100m tiefer sind mehr als 1 km Weg zu laufen…  Mir blieb nichts anderes uebrig als mitten in der Nacht mich  warm! anzuziehen und loszuziehen.

Ich also halb benommen, stipf stapf durch die naechtliche Sierra Nevada bei hellem Mondschein. Im Mondeslicht sah alles sehr surreal aus. Der Schiefer auf jeden Fall war weiss und man koennte meinen es laege Schnee. Ich glaube alles in allem habe ich ne Stunde gebraucht um hinab und wieder hinauf zu laufen. Aber die Mission war erfolgreich. Wasser war aquieriert und ich merkte wie es mir mit jedem Schluck besser ging. Im Refugium angekommen fiel ich in einen Schlaf der Gerechten…

Im Nachhinein war es klar: Mein Blut war zu dick. Der geringe Sauerstoff konnte nicht richtig transportiert werden und so bekam ich das Gefuehl der Atemnot und Benommenheit. Die gute alte Hoehenkrankheit. Wieder was gelernt!
Am naechsten Morgen wurde mir dann klar, dass dieser Tag schon ne Bedeutung hat. Irgendwie mag ich net mehr reisen. Das Umstellen von Gemeinschaft auf Alleinsein ist vor allem am Anfang recht schwer und so entschied ich mich wieder gen Heimat zu begeben. Richtung Malaga.

Dies ist also das Ende meiner Reise mit dem Rad. Richtung Granada, dann Zug nach Malaga und Conde de Guadalhorce 4B. Einen Abschlussbericht mit ein paar Schmankerln meiner Reise werde ich die naechsten Tage noch schreiben… Hab da schon was im Kopf. :)

Hasta luego

Verfasst von: Sandro | 28. August 2007

Auf in die Sierra Nevada

Jauchzet und Frohlocket. Ich habe doch tatsaechlich eine Bleibe gefunden. Gestern gabs gleich ma den Einstand mit lecker Essen und „Mensch aerger dich nicht“ auf Spanisch. Ich habs leider schon wieder vergessen wie es hiess. War echt lustig und verspricht ne echt gute Zeit. Weiter unten werde ich meine Adresse samt spanischer Handynr. eintragen. Alternativ kann man sich die auch bei Studivz ansehen.

Damit waere das Elementare hier erledigt und ich kann mich endlich wieder den wichtigen Dingen widmen: Radfahren… ;) Morgen gehts nach Granada per Zug und von dort aus weiter auf den Pico del Veleta. Da werd ich wohl auf ca 3200 m hinauf fahren und in einem Biwak schlafen. Ma schauen wie das so wird. Von dort aus weiter ins Tal und zurueck nach Malaga. Ganz locker, denn so weit ist es nicht :)

Das wars also erstmal von mir. Meine Adresse noch:

Sandro Teuber
C/ Conde de Guadalhorce 4B 1º 2
29006 Malaga

Zu beachten ist, dass vor allem die Strasse samt Wohnungsnr. stimmt, denn Namensschilder gibts da nicht.

Verfasst von: Sandro | 27. August 2007

MALAGA

Wer sagte nochmal Malaga sei haesslich?! Nach den harten, gegenwindreichen, regnerischen, industriellen Tagen an der Atlantikkueste kam mir Malaga wie ein Paradies vor. Warm, sonnig, freundliche Menschen und auch Gruenpflanzen sind hier zu finden ;)

Die Autofahrt begann wie die letzten Tage waren mit einem Sturm in der Nacht und am Morgen. Das Zelt war wirklich klitschenass, aber um 8 war ich weg vom Platz. Hinab nach Santander und dort das schoene Waegelchen entgegen genommen. Ein feiner Peugeot 207 (Diesel). Suess und putzig. Zog aber dank HDI ganz ordentlich und so fuhr ich dann direkt auf die Autobahn und dann ueber ein kleines Gebirge. Schoen kurvenfahren. Macht ne Menge Spass mal mit 70 nen Berg hoch statt mit 7 kmh…

Die Spanier haben bei Regen scheinbar ne eingebaute Bremse. Auf jeden Fall war ich mit im Schnitt 120 der Raser vom Dienst. Kaum zu vergleichen mit deutschen Autobahnen, wo einen die dicken BMW mit 220 an einem vorbei rauschen, egal wie dick die Nebelwand auch ist ;)

Zum Glueck war ich gewohnt langzeitmaessig auf dem Fahrrad zu sitzen ohne, dass mir langweilig ist. Die knapp 950 km vergingen dadurch fast wie im Flug. Sowas wie geradeaus gabs auf meinen Autobahnen auch kaum. Immer ging es links, rechts, hoch oder runter…

In Malaga gabs dann den Riesenstress. Hostel finden, Sachen ausladen, in die Stadt, tanken und Auto abliefern und dann mit dem Bus zurueck in die Herberge. Problem war nur, dass mein Bus so um halb 11 das laetzte mal fuhr und ich um 22.20 uhr das Auto auf dem Parkplatz ablieferte. Das Ende vom Lied: Nach tierischer Hatz mit dem Auto (Ich erinnerte mich an alte Zeiten beim DRK) und einer Suche nach der richtigen Bushaltestelle samt durchfragen bei den Taxifahrern gab ich die Suche um 22.35 erfolglos auf und entspannte mich einfach… Und nahm ein Taxi. :)

Die letzten Tage habe ich dann doch angefangen mir eine WG zu suchen und mich fix in Malaga zu orientieren. Ich hasse ja wirklich diese WG-Sucherei. Und kaum vergingen 2 Tage da war ich auch schon ultragefrustet. Sass da so am Meer und fragte mich, ob das nun wirklich das ist was ich suche. Vor allem auch, weil es schon jetzt Dinge gib, die mich nerven. Allenvoran der Muell den die Spanier in die Natur werfen und damit ihre eigentlich schoene Umgebung nicht sonderlich zu schmuecken vermoegen. Aber wie so viele Krisen vergeht dann auch sowas und ich hab einfach weiter gemacht mit dem Wissen, dass ich ja immer auch wieder was anderes machen kann wenn ich wirklich gar net mehr will. Bin ja schliesslich im „Urlaubssemester“ ;)

Und heute war dann der Ultra-geile Tage. Drei Termine davon 2 Wohnungen, die ich nehmen wuerde. Eine kann ich sofort haben, die andre ruft mich morgen an… Und die zweite ist wirklich richtig cool. Ein liebes Maedel aus Spanien samt Freund und noch 2 weitere, die sie noch aussucht. Alles sehr offen und integrativ, wie ich gerne zu sagen pflege. Fuer mich ideal. Waere super wenn es klappen wuerde.

Dreimal duerft ihr naemlich raten was ich dann machen werde…. JAAA. Ab in die Berge. Die Karte der Sierra Nevada liegt bereit. Ein 3300 m hoher Berg wartet auf mich. Mir kribbelt es schon in den Fussspitzen aehhh Oberschenkeln… Was auch immer ich bin schon ganz heiss. (Das kann aber auch an der Aussentemperatur von 35º tagsueber und 25º nachts liegen.) Auf jeden Fall waere so ein Berg eine tolle Abkuehlung. Mitsamt der Karte waren auch einige Wandertouren fuer die Sierra Nevada eingezeichnet, die ich auf jeden Fall machen moechte wenn ich hier bin.

Ansonsten wollte ich eine Einladung an alle aussprechen, die Lust haben nach Malaga zu kommen. Ab Berlin nicht teuer und von hier aus kann man ne Menge machen: Wandern, Radfahren, schwimmen, am Strand liegen, Kultur und Leute geniessen, Sonne tanken…

Bei all dem Stress der letzten Tage habe ich eins bisher ausgelassen: Ein Bad im Mittelmeer. Aber das wird morgen 100%ig nachgeholt. Ich berichte dann :D

Liebe Freunde ich hoffe es geht euch gut. Viele Gruesse aus Andalusien. Seid alle lieb umarmt.

Verfasst von: Sandro | 22. August 2007

Tage des Regens

Spanien ist anders. Eine wichtige Erfahrung der letzten Tage. 1. als ich dachte und 2. als der Rest Mitteleuropas.

Zu 1: Ich dachte immer hier ist es sonnig im Sommer. Weit gefehlt. 3 Tage mit Regen, Wind und Sturm haben mich eines besseren belehrt. Ich machte so tolle Erfahrungen wie:

  • Zelt im Regen aufbauen
  • nicht schlafen koennen weil das Zelt sich im Winde wiegt
  • komplett durchnaesst und mit aufgeweichten Haenden ankommen

Zu 2. Im Reste Mitteleuropas (Deutschland, Frankreich, Schweiz…) kann man problemlos mit dem Fahrrad im Zug ueber weite Strecken reisen. Nicht so in Spanien. Es geht wohl aber um eine Strecke von 180 km zurueckzulegen braucht man schon mal 6 Stunden innem Bummelzug. Dazu bekommt man noch grosse Augen von der Auskunft wenn man sagt, dass man sein Rad mitnehmen moechte… Also bleiben noch folgende Moeglichkeiten: Bus, Flugzeug, Auto

Im Bus muss ich mein Rad ungefaehr genauso verstauen wie in einem Flugzeug: Pedale und Raeder ab, Lenker gerade und dann das ganze Rad nochma verpacken. Super. Da kann ich auch gleich fliegen… Da ist natuerlich immer das Problem wie bekomme ich den Krempel zum Flughafen. Das war schon zu zweit mit Felix gerade so zu schaffen. Alleine… Eine Herkulesaufgabe.

Bleibt mir als letzte und fuer mich beste Alternative das Mietauto. Und da ich genug vom Wetter hier habe und ich keine Lust mehr habe mich mit solchen Kram umherzuschlagen werde ich direkt nach Malaga fahren und dort noch eine Runde durch die Sierra Nevada drehen :)

Jaaa meine neue Liebe: Die Berge. Muss ich doch auskosten solange sie nicht allzu weit weg sind. Die letzten Tage waren auch nicht allzu angenehm hier. Man muss staendig Hauptstrassen fahren, die genau neben der Autobahn entlang fuehren. Dazu bekommt man noch zig Industriegebiete samt Umweltverschmutzung gratis. Alles nicht gerade foerderlich fuer die Stimmung.

Nunja. Dafuer kenn ich jetzt Santander etwas naeher und freu mich drauf morgen runterzuduesen. Mal entspannt 800 km an einem Tag. Ich hoffe nur es regnet nicht wenn ich morgen frueh mein Zelt abbaue. Naja zur not haeng ich es aus dem Fenster waehrend der Fahrt.

So ich schliesse hier meine Ausfuehrungen und freue mich schon auf die wohlweisen Tipps von euch. Vor allem von Arvid… ;)

ps. Inzwischen habe ich auch den „Wilhelm Tell“ von Schiller gelesen. Nicht so blutruenstig wie die  Rauber. Eine tolle Geschichte ueber Freiheit und deren Bedeutung. Nun ist mein Lesestoff ausgegangen. Zum Gluecke jedoch fand ich eine kleine Buchhandlung in den Nebenstrassen von Santander die auch deutsche Buecher fuehrte. „Die Physiker“ von Duerrenmatt werdens sein. :)

Verfasst von: Sandro | 18. August 2007

die letzten Tage

waren unheimlich ereignisreich. Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll. Vielleicht mit dem Ende?

Also ich bin heute abend in Bilbao angekommen nach einer langen Tour durch das Baskenland. Rauf und runter ging es. Ist irgendwie nicht wie bei uns an der Kueste wo alles flach ist. Meist tuermen sich klippen vom Wasser hinauf. Das macht diese Kueste umso reizvoller und interessanter. Heute war dann mein erster Tag an dem ich alleine war. Ja alleine. Das Gegenteil von nicht alleine ;) Aber vielleicht doch von Anfang an…

Also von Carcassonne ging es nach ueberstandener Poolparty und Sightseeing bei Nacht mit dem Zug nach Tarbes. Das liegt noerdlich der Haute-Pyrenees. Ich hatte mir vorgenommen so nah wie moeglich ans Gebirge zu fahren und dann mit dem Rad hinein. Und Kinder das war die beste Entscheidung, der Tour. Ich war so gluecklich die Berge vor mir zu sehen. In weiter Ferne ragten sie hinauf und ich halt mitten hinein. Und was war nun los? Keine rasende Franzosen? Keine heizenden Motorraeder? Keine LKW die einen im Briefmarkenabstand ueberholen? Das muss das Paradies sein… Naja es waren halt die Pyrenaen. Und die sind so verdammt ruhig und bodenstaendig. Einfach nur genial.

Also beschloss ich nicht zu lange zu fahren und den naechsten Tag den Tourmalet (2100m) mit Genuss anzugehen. Naja wie man bei dieser Anstrengung von Genuss sprechen kann ist wahrlich schwer zu sagen. Aber nunja.

Hinauf zum Tourmalet, uebrigens der meist gefahrene Berg der Tour de France, begnete ich tatsaechlich zwei weiteren Radwanderen mit aehnlich viel Gepaeck. Nach kurzem Schnack hiess es nur: „see you on top“ ;) Also hinauf auf diesen wunderschoenen Berg. Oben gabs dann nen langen Plausch ueber dies und das. Jaja Radler unter sich. Peter aus Holland, Ivo aus Italien und meine Wenigkeit verbrachten die Abfahrt und den Abend gemeinsam auf dem naechsten Campingplatz. Dort gab es natuerlich noch mehr Geschichten zu erzaehlen. Hier schmiedeten Ivo und Ich dann auch den Plan weiter gemeinsam zu fahren Richtung Atlantik. Das hiess also gemeinsam durch Berg und Tal wandern.

Der naechsteTag hatte es auch sogleich in sich mit 3 Bergen, 12 Grad und Nebel mit weniger als 20m Sichtweite. Der Nebel war dann aber erst richtig stark auf 1700 m. Also genossen wir die Ruhe des Anstieges zum Col d’Aubisque, die Atmosphaere und die Tiere die ringsum und auf der Strasse genuesslich weideten. Nach der ueberstandenen Bergankunft ohne Panorama, wie gesagt Nebel fuhren wir hinab um noch ein wenig vom naechsten Berg mitzunehmen, dem Col de Marie Blanque. Also liessen wir alle schoenen Campingplaetze zurueck um auf einem hoeher gelegenen Platz zu campen. Aber es kam wie es kommen musste…

Wir verpassten den Campingplatz irgendwie und mussten im Tal jemanden fragen wo denn der naechste Campingplatz. Die Beine waren inzwischen schwer und muede, aber wir quaelten uns noch die letzten 10 km hinauf und hinab und am Ende des Tages standen 93 km zu Buche. Das ist schon hart. An diesem Tage wurden dann auch die zwei haufigst gebrauchten Wendungen der naechsten Tage geboren:

  • easy day
  • we’re completely fuckid (mit italienischer Aussprache)

Also lagen nur noch easy days vor uns. Jedoch gab es jeden Tag Berge nur immer kleiner und weniger. Und wenn man sichs nur immer wieder einredet so kommt einen jeden Tag irgendwann echt easy vor.

Fassen wir also zusammen: Es folgten 2 easy days in denen wir viel ueber die Welt, die Frauen und das Radeln redeten. Da faellt mir ein, dass der Ivo ja auch noch der Retter in der Not war als mein Bowdenzug fuer die Schaltung riss. Nicht nur, dass er Ersatz hatte, er wusste die Schaltung auch fachmaennisch einzustellen. Ich Glueckspilz ich…

Nun denn kamen wir also ganz easy in St. Jean de Luz an. Der Atlantik war erreicht und zeigte sich mit seiner Schoenheit. Dort hiess es dann Abschied nehmen, denn Ivo musste heim und fuer mich ging es weiter nach Spanien, Richtung San Sebastian und Bilbao. Das war traurig fuer mich, aber umso schoener da wir sicher nun regelmaessig mal schauen was beim andren so geht :) Ausserdem gibt es sicherlich die Moeglichkeit mal nach Trentino zu fahren wo der Ivo in einer alten Steinhuette lebt.

Also waeren wir am Ende angekommen. San Sebastian – Bilbao an einem Tag. Hart aber machbar. 113km standen zu Buche plus ein paar kleinere Anstiege, die aber eher Salz in der Suppe sind. Dazu dieses schoene Kuestenlandschaft. Inzwischen nehme ich mir sogar Zeit mittags ein Schlaefchen zu halten oder mein Buch zu lesen. Inzwischen ist es auch schon durch und kann es nur waermstens weiter empfehlen. Alle Liebhaber tragischer Geschichten werden mit „Die Raueber“ von Friedrich Schiller ihre wahre Freude haben.

Also genug der Vergangenheit. Wie es weiter geht muss ich mal schauen. Ich werde mit dem Zug aus Bilbao hinausfahren und dann der Kuestenlinie folgend Richtung Westen ziehen. Mal schauen wo es mich so hin verschleagt.

Seid lieb gegrusst
y hasta luego…

Verfasst von: Sandro | 9. August 2007

Geschafft!

Der 1. Teil meiner Tour habe ich geschafft. Heute abend bin ich in Carcassonne angekommen. Das war ein verdammt hartes Stueck und mehr als einmal habe ich den Verkehr auf den franzoesischen Strassen verflucht. Dazu dieser fiese Gegenwind zwischen 4 und 6 Windstaerken. Das zermuerbt einen mehr als jeder Berg.

Dann ist auch noch mein geflickter Reifen von der Hitze geschmolzen. Ohne Grund verlor der Luf und als ich hineinsah hatte sich der Schlauch bereits mit dem Reifen zu einer Einheit verbunden. Naja musste der halt der andere rein. Der hatte allerdings ne fiese Unwucht drin. Aber egal. Die letzten 10km waren sowieso mehr Meditation. Ich koennt jetzt nicht mehr sagen wie es dort aussah. Aber ich erinner mich genau wie das Ortseingangsschild aussah. ;)

Die letzten Tage waren alles in allem abwechslungsreich, hart und verkehrsreich. Ich habe zwei Naechte lang am Meer geschlafen. Ohne Zelt und nur im Schlafsack. War schoen mit Meeresrauschen einzuschlafen und dann noch ein paar Sternschnuppen und die Milchstrasse. Allerdings irgendwann nachts fingen 2 Traktoren an den Strand zu bearbeiten. Ich hatte ein wenig Angst, dass sie mich irgendwann mit verarbeiten. Aber sie hatten sehr helle Scheinwerfer. Also tat ich das einzig richtige. Schlafsack uebern Kopf und SCHLAFEN! Am naechsten morgen konnt ich dann an den Spuren sehen, dass sie genau um mich herum gebuddelt haben…

So inzwischen ist echt ne Routine in den Tag reingekommen, der ungefaehr so aussieht:

  • 6.45 Uhr aufwachen
  • 7.00 die letzten reste vom abendessen reinziehen, packen
  • 8.15 Abfahrt
  • 11 Uhr das zweite Fruehstueck
  • 11.30 Abfahrt und feststellen, dass ich viel zu voll bin
  • 18 Uhr Ankunft, Zelt aufbauen, duschen, Abendessen machen, Tourbuch schreiben
  • 22 Uhr einschlafen

 Hmm. Nicht allzu abwechslungsreich… Aber dafuer gibts jeden Abend Schokokekse vorm einschlafen ;)

Aurevoir mes amis 

Verfasst von: Sandro | 7. August 2007

am Meer…

Nun liebe Freunde. Ich habe es tatsaechlich geschafft. Ich habe gestern Abend das Meer erreicht. Das war eine der schoensten Momente hoch auf den Klippen der „Calenque“ stehend auf das Meer zu schauen. Die Fahrt dorthin verlief auch ueber 2 Tage ganz angenehm.

Der erste Tag war jedoch sehr einseitig auf langen, einsamen Strassen ohne grosse Highlights ausser Apfelplantagen… Da hatte ich mir die Provence schon anders vorgestellt. Die Doerfer immerhin waren schoen.

Gestern bin ich dann quer durch die Strassen gefahren und hatte auch ein paar Anstiege zu bewaeltigen. Ach ja und Autobahn bin ich auch gefahren nachdem ich keinen anderen Weg gefunden hatte. Echt krass… Naja das waren zum Glueck nur 2 km.

Cassis war dann an sich wunderschoen. Nur viel zu viele Menschen. Und wenn die Alpen schon voll waren dann ist es dort ueberfuellt. NAchts konnt ich dann kaum schlafen, da es viel zu schwuel war und nebenan die strasse entlang ging. Diese fiesen Motoroller sag ich nur.

Heute gings dann ab nach Marseille und kurz an einigen Sehenswuerdigkeiten vorbei zum Bahnhof um mich einigermassen schnell hier herauszuholen. Jetzt bin ich in Arles, einer kleinen antiken Stadt noerdlich von Marseilles mit Amphitheater und son Kram ;)

Gleich gehts wieder ans Meer :) Ich hoffe da wirds etwas ruhiger. Ansonsten fahr ich solang mitm Zug bis ich keinen mehr sehe ;)

danke fuer die lieben kommentare
aurevoir

Verfasst von: Sandro | 4. August 2007

welcher Tag???

Heute nun ist Ruhetag. Man koennte auch „Genusstag“ sagen, denn jede Mahlzeit ist hier immer wieder voller leckerer Sachen. Da passt das Klischee mal echt gut. Nachdem ich tagelang alles nur reingeschaufelt habe und alles ass, was nicht schnell genug weglaufen konnte, ist dies ein Fest der Sinne mit folgenden Highlights:

  • Tomaten vom Markt mit leckerem Nussoel (direkt vom Bauern)
  • Thymian-Sirup; mit Wasser gemischt echt ein leckeres Getraenk
  • Brot mit Oliven
  • Braten aus eigener Schlachtung; jaja die Prinzipien wo sind sie nur hin???
  • verschiedenste Kaesesorten

Der Thomas wohnt sehr schoen hier. In einem alten Steinhaus mit einigen jungen Leuten. Total abgeschieden und doch nicht weit vom Zentrum. Koennt ich mir persoenlich auch mal vorstellen mit Leuten raus aufs Land ziehen.

Bilder hab ich auch endlich und zwar bei flickr

Einfach mal reinschaun und auch die Kommentare lesen. Ich sach da mal viel Spass bei. Die Bilder sind allerdings nur eine winzige Auswahl…

Ich sach ma aurevoir…

Verfasst von: Sandro | 3. August 2007

Tag 10 Briancon – Gap

Das war nun der letzte Tag in den Bergen. Gestern hab ich noch ewig gebraucht um einen Zeltplatz zu finden. Vor allem lag der eine schoen auf nem Berg, wo es dann hiess: „c’est complet“ oder so… Also wieder ins Tal und dann weiterfahren in die falsche Richtung. Den Weg durfte ich dann heute wieder zurueck fahren.

Heute bin ich erst gegen 12 losgekommen. Das war schon spaet. Vor allem in Angesicht des Plans heute so um die 110 km zu fahren um dann in Gap ne Couch zu surfen. Aber der Reihe nach. Zuerst stand der Col d’Izoard an. 2300m hoch und auch mit ordentlichen Steigungen. Irgendwie hatte ich es aber sehr eilig denn ich wollte unbedingt weiter nach Gap. Trotzalledem war dies einer der schoensten Berge. Vor allem die Abfahrt hatte es in sich. Man faehrt durch Schluchten und Felswaenden entlang und unten sieht man einen kleinen Fluss fliessen. Wunderschoen.

Allerdings blies mir dann im Tal der Wind bereits entgegen. Und trotz Abfahrt war es manchmal gar nicht so einfach auf Geschwindigkeit zu kommen. Als ich dann auf der Hauptverkehrsstrasse nach Gap war hatte sich meine Meinung noch geaendert. Ich bin von Embrun nach Gap mit dem Zug gefahren. So ungefaehr 40 km. Und als ich die Kiter auf dem See sah wusste ich, dass dies die richtige Entscheidung war ;)

Von Gap aus gings noch einStueck weiter, denn der Tom zohnt 12 km ausserhalb von Gap. Aufm Berg. Wie sollte es anders sein. Mit letzten Kraeften bin ich dann hinaufgefahren und sah dann auf dem Tacho 93 km. Bisheriger Rekord.

Hier angekommen gab es dann ein lustiges Zusammensitzen mit Toms Freunden und lecker Essen. Richtig franzoesisch mit Kaese am Ende und so… Sehr cool.

Morgen ist Ruhetag. Hier isses naemlich endlich mal etwas ruhiger als in den Alpen. ;) Und kaputt bin ich auch. Kaputt und gluecklich.

Verfasst von: Sandro | 2. August 2007

Tag 9 Valloire – Briancon

Wieder einmal Nachricht von mir aus den Bergen. Ich habe mich heute tapfer geschlagen. Gestern bin ich 70 km plus Col du Telegraphe und heute stand der Galibier auf dem Plan. Aber nicht bei strahlenden Sonnenschein… Nein das waere ja einfach. Ueber Nacht hat sich ne fiese kaltfront herangeschlichen und so begann es heut morgen an zu regnen.

Der Wetterbericht sagte vereinzelt Schauer und Gwitter voraus. Aiai… Aber der Campingplatz war teuer und ich wollte dort weg. Also los hinauf 2650 m. Auf einen der gefuerchtesten Berge der Tour de France. Und ich weiss jetzt auch wieso…

Die ersten paar Kilometer gehts gemuetlich bei 5% Steigung. Da is man nach eineinhalb Stunden ordentlich fertig und dann sieht man das Unheil kommen. Steil ragt er hinaus und man sieht die Serpentinen mit ca. 10% Steigung und das gibt dir moralisch schon mal einen mit. Ach ja das Wetter… War wechselhaft bis dann eine fiese schwarze Wand ueber den Berg kam mit Hagel, Wind und Blitzen. Die Temperaturen fallen da auf 2000 m natuerlich richtig ab und ich konnte mich gerade noch in eine kleine Huette retten wo mir ein zahnloser Mann ein paar Tueten reichte mit den ich meine halb erfrorenen Haende einwickeln konnte… Sehr gute Idee. Und so ging es hinauf. Zwischenzeitlich nicht so extrem steil bis zu den letzten 2000 m. Da sieht wieder das Unheil in Form der Serpentinen kommen.

Aber auch die wurden mit letzter Kraft erklommen. Und oben ging dann das Umgeziehe los. KOMPLETT! ausziehen und in trockene warme Sachen weil auf der Abfahrt pfeift der Wind so fies da ist jeder Tropfen Schweiss an der Haut ein Garant fuer Kaelte. Der Anblick hat dann natuerlich ein paar Blicke auf sich gezogen und ich wurde doch glatt auf nen Kaffee eingeladen. In einen warmen Camper.

Und ich muss sagen, obwohl ich keinen Kaffee mag war das der beste Kaffee meines Lebens. Tausendmal hab ich mich bedankt und nachdem ich wieder einigermassen warm war gings hinab.

Hinab durch die Wolken, Hagel, Nebel und Kaelte. Aber ich hatte ungefaehr alles an was meine Tasche hergab. Als „Goldstaub“ erwies sich meine Funktionsunterwaesche. Die haelt sowas von warm.

Und was fuer ein geiles Gefuehl wenn man im Tal mit jedem Meter hinab die waerme spuert. Auf der anderen Seite schien naemlich die Sonne. Und als es warm genug war flackte ich mich an den Strassenrand und liess mir ordentlich die Sonne auf den Bauch knallen.

Was fuer ein Tag. Das zaehlt schon jetzt zu den coolsten Sachen, die ich so erlebt habe in meinem Leben und dabei bin ich grad ma ne Woche auf dem Rad.

So jetzt fix nen Zeltplatz finden und Abendbrot essen. Ich hab uebrigens meine Tour noch ein wenig geaendert. Ich fahre einen Berg mehr. MOrgen gibts den Col d’Izoard. Der soll der schoenste hier sein. Das ist schon der letzte grosse Berg hier und ich werd danach die Alpen verlassen. Richtung Marseille und Mittelmeer…

Verfasst von: Sandro | 30. Juli 2007

Tag 6 Beaufort – Bourg St. Maurice

Was fuer ein abwechslungsreicher Tag. Morgens gabs Regen und die Abfahrt verzoergte sich. Aber um halb 11 gings los. Was ich gestern nicht erwaehnte war, dass ich Erik, einen netten Kerl aus Holland, kennengelernt habe. Und ihr werdets kau, glauben, aber der Erik is nochn Zacken schaerfer als ich drauf. Was ich an 2 Tagen schaffe, das macht er an einem Tag. Er hatte viele coole Geschichten aus der ganzen Welt zu erzaehlen. Abends waren wir nochn Weinchen im Dorf trinken. Er hatte auch ein paar gute Tipps auf Lager um mein Gewicht einzusparen, denn davon habe ich viel zu viel an Bord. Und ich sag euch man merkt jedes Gramm was man den Berg hochschleppt…

Was ich inzwischen zurueckgelassen habe:

  • Spuelung fuer die Haare
  • 1 kg Reis
  • mein „fast-tanning“ spray aus den USA
  • Inbus Schluessel (hab ich doppelt)
  • mein gutes Muesli ;(
  • Rasierschaum

Mehr konnte ich nicht uebers Herz bringen wegzuschmeissen… Ich hab zb. noch mein Deo an Bord…

Mit dem weniger an Gepaeck gings auch heute super ueber den Cormet de Roseland. Naja hart isses trotzdem und mehr als einmal hab ich mich nach Warnemuende oder Wampen getraumt. Aber zum Glueck war es heute nicht so heiss wie sonst immer. Oben auf dem Berg schnell ein paar Bilder und dann hinab in die rasende Abfahrt. Heute neuer Rekord: 75 km/h. Da wird es einen aber mulmig. Selbst mir ;)

Ein paar Sachen zu mir:

  • tierisch zerstreut (hab gestern abend meine Cam vor der Bar liegengelassen. Hab sie aber zurueckbekommen. Huelle pitsche nass Cam OK…)
  • vermisse all die lieben Leute daheim. Ganz liebe gruesse an alle!!!
  • ich komm morgens immer besser raus
  • kein bisschen Muskelkater
  • immernoch beeindruckt von den Bergen

So waehrend komische Dudelmusik lauft und links von mir die Boule-Meisterschqften auf Eurosport laufen verabschiede ich mich… Diese Tastatur ist wirklich super unpraktisch… Oder wie kommt man darauf den . mit einer shift Taste zu erreichen wohingegen das ! so einzutippen geht. Versteht das einer ???

Verfasst von: Sandro | 30. Juli 2007

Tag 5 Flumet – Beaufort

So da bin ich wieder und aergere mich mit der franzoesischen Tastatur herum in der so einiges anders ist. Ich habe inzwischen 3 groessere Berge hinter mir. Den Col du Aravis; den Col du Saisis und den dritten habe ich bereits vergessen. ;) Der war auch nur knapp 800 m hoch. Ich war jetzt auf 1500m und auf 1650m. Aber das ist nur ein Vorgeschmack auf die kommenden Tage. Heute gehts von 700 m auf 1900 m zum Cormet de Roseland.

Ansonsten gibts folgende Erkenntnisse

  • die Franzosen rasen die Berge hoch wie die Polen auf der Landstrasse
  • Motorraeder nerven, wenn man nicht selber drauf sitzt
  • der Anblick der Berge ist immernoch wie der Blick auf eine Postkarte fuer mich; einfach wunderschoen
  • die franzoesische Tastatur vertauscht folgende Buchstaben: qa, ,m, wz und ausserdem muss man bei den zahlen immer shift druecken… olala ;)

Bilder muessen spaeter folgen…

Aurevoir

Verfasst von: Sandro | 25. Juli 2007

Tag 1 Berlin-Genf

Auf nach Genf hiess es heute für Felix und mich. Schön um 8 vom Wecker wecken lassen und noch einmal auf snooze gedrückt. Auf dem Plan stand für uns das komplette Rad in einen dafür vorgesehen Karton zu bekommen und dann auch die Gepäcktaschen irgendwie zusammenbasteln. Ich durfte ja nur 2 Taschen + Fahrrad mitnehmen.

img_0094.jpg

Vor dem Flughafen haben Felix noch ne schnell Volleyballsession eingelegt. Allerdings zog grad ne fiese schwarze Wand auf und so war es doch eher vom Winde verweht ;)

Und dann gings los der Spass mit dem Sicherheitspersonal. Felix wollte grad ein Bild von mir beim Sicherheitscheck machen da hiess auch schon „no fotos“ und nen gehobenen Zeigefinger gabs dazu. Ok. Der Felix war dann wech und für mich begann der Spass. „Bitte Tasche öffnen“. Ok. Kein Ding. „Werkzeuge dürfen nicht ins Handgepäck“. Hmm und wie soll ich dann mein Fahrrad zusammen bauen wenn mein anderes Gepäck verloren geht??? Nach kurzen Widerworten meinerseits und der Nachfrage nach den Bestimmungen ging ich genervt zurück fragte eine junge Dame die noch am Check-in war, ob sie nicht mein Werkzeug mit einstecken kann.

2. Versuch… Diesmal warens die Liquids… EU-Verordnung nr…. bla bla. Bitte in verschliessbarer Tüte lagern… bla… Ok. Sonnencreme weg und ne Tüte für 50 cent besorgt. Danke Autan, dass ihr genau 100ml Flaschen macht. Das ist nämlich grad so die Obergrenze.

Dann wars aber doch noch soweit. Beim 3. Check-in kam ich durch… Obwohl ich nen 8er Schlüssel in der Hosentasche hatte, wie ich später herausfand.

Kleine Randnotiz: Im Wartebereich sass ein junger Herr mit einer fetten spiegelreflexkamera und fettem Tele-Objektiv (die grauen…). Er schien recht unauffällig. Eher wie ein Tourist. Südamerikanischer Typ. Dunkel, braune Haare. Später sah ich ihn dann wieder bei den Sicherheitspersonal… überwachung pur.

Na der Flug war schnell vorbei und am Fenster sah man auch schon die Alpen mit den schneebedeckten Bergen. Unglaublich für mich. Ich hab sowas ja noch nie gesehen. In Genf gings dann erstma daran alles Gepäck aufzulesen. Samt Werkzeug. Dann fix in den Zug und zum HBf in Genf. „Vit vit a la gare.“ ;) Dort holte mich dann der Stephane ab, bei dem ich die Nacht hier schlafe. Morgen machen wir noch ein wenig was in der Stadt und meine Abreise ist dann übermorgen.

Eben war ich noch ein wenig in Genf unterwegs. Stephane wohnt genau im Zentrum und so war ich an den interessanten Stellen gleich ums Eck. Erster Eindruck: Wunderschöne Stadt, mit schönen Häusern und vielen Menschen aus aller Herren Länder… Wahrscheinlich Touris wie ich ;) Naja die Kassierin im Supermarkt hat erstma Spanisch gesprochen.

img_0120.jpgimg_0121.jpgimg_0115.jpgimg_0122.jpgimg_0125.jpg

Ein paar Eindrücke seht ihr ja. Wie gesagt morgen noch ein wenig sight-seeing und mal mit Stephanes Liegerad fahren. Bin echt total beeindruckt von alledem. Is echt schön hier.

Ältere Artikel »

Kategorien

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.