Mein Winter dauerte knapp 3 Wochen. Zumindest der Gefühlte. Ich bin wieder in Malaga angekommen und Málaga erwartete mich zunächst mit Regen und Nebel aber mit annehmbaren Temperaturen… Zumindest wenn man glaubt es sei Frühling
Hinter mir liegen 3 abwechslungsreiche Wochen in Deutschland. Es war alles dabei: Familie, Freunde, Regen, Wind, Meer, Berge, Schnee, Rodeln, Schneemann bauen, Menschen kennen lernen, Volleyball, saunieren…
Zunächst der neblige Norden mit vielen Freunden und Familie. Ne Runde Beachvolleyball war auch drin. Es war toll wieder die Heimat zu sehen. Aber kaum, dass ich da war musste ich auch schon weiter. Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Potsdam zum couchsurfen (www.couchsurfing.com) ging es weiter Richtung Bayern.
Und dort war alles bereitet für ein verschneites Silvester… Kaltes Wetter und viel Schnee. Unser Plan ins neue Jahr zu rodeln erwies sich als schwieriger als gedacht. Der „plötzliche“ Wintereinbruch führte zu leichten Verzögerungen bei der Bergerklimmung samt Autos. Man bemerke wir wollten vom Parkplatz noch mal 800 Höhenmeter laufen. Und wohlgemerkt es war bereits um 11 als wir feststellen mussten, dass ein paar Schneeketten für 2 Autos definitiv zu wenig sind. Also alle Mann raus aus dem Auto anschieben helfen. Ok. Das brachte nur mäßigen Erfolg. Also Schneeketten raus und Abschleppseil ran. Zur besseren Traktion, und um den fälligen Fußweg zu sparen, entschieden sich drei Wagemutige von uns auf der Motorhaube des ersten Autos Platz zu nehmen. Mit sichtbaren Erfolg. Ein Panoramaplatz wie man ihn nur selten hat. Nunja. Am Ende brannten die Bauchmuskeln…
Eine kurzfristige Planänderung am Parkplatz ermöglichte uns doch noch das rechtzeitige Erscheinen zur vorgeschriebenen Feierstunde. Punkt 12 angestoßen und 2 Flaschen Sekt geleert. Man merke bei 9 Personen.
Nun also ab ins neue Jahr. Hinunter ins Tal gerodelt. Nunja… Neuschnee bremst ganz schön. Und so sind wir sehr sehr gemütlich dahin gerutscht. Aber hatte auch was für sich. Zum Beispiel Schnee in den Schuhen, der dann wieder gefriert nachdem er getaut ist…
An dieser Stelle noch einmal ein Dankeschön an den Andi, der mir hellseherisch sein Bergstiefel überließ. Keine Ahnung in welchem Zustand sich heute meine Zehen befänden hätte ich meine normalen Sneaker getragen…
Weiter in Bayern gings mit einem deftigen Spaziergang und anschließender Rodelei an einem Hang der mit Stacheldraht abgegrenzt war. Für die Todesmutigen unter uns ergab sich eine halsbrecherische Abfahrt, samt funkensprühendem Bremsmanöver. Schon irre das Gefühl wenn man selbst bei Vollbremsung noch weiter beschleunigt und der Stacheldraht in der kommenden Kurve immer größer wird und man gewahr wird: Entweder Kurve kriegen oder Stacheldraht. Nunja. Adrenalin im Winter J
Im Anschluss gings in urbayrisches Wirtshaus inklusive lokal traditionellem Stammtisch und nem „kleinen Bier“ für den Johannes. Die Blicke der Wirtsfrau im Dirndl waren entsprechend… Ich hab mich an die Normalität gehalten und nahm ein Helles… Natürlich im halben Liter…
Überspringen wir direkt das Raclette und den anschließenden Morgen samt zu wenig Schlaf und kommen wir direkt auf die Fahrt nach Wuppertal zu einer alten Schulfreundin und meiner Oma in Iserlohn.
Es war eine Schlemmerwoche sowohl bei Hanna als auch bei meiner Oma. In Wuppertal gabs experimentellen Kus-Kus Salat mit Radieschen und vielen anderen Leckereien. In den Kochpausen gabs ein paar Partien Dart an der WG-Eignen Dartscheibe. Auf Grund höherer und unerklärlicher Umstände (wann hab ich schon mal Dart gespielt?) gingen fast alle Partien an mich… Weiter bei meiner Oma…
Ich war froh meine Oma zu sehen und weiter in meiner bewegten Familienchronik nachzufragen. Da kommen dann Themen wie Vertreibung, 2. Weltkrieg, Umsiedlung, Mauerbau zur Sprache. Langsam blicke ich da auch durch. Und unsere Familie hat definitiv Stoff für einen mittelgroßen Roman…
Weiter gings dann mit einem Besuch bei meinem Alzheimer kranken Opa, den meine Oma jeden Abend mitbetreut im Heim. Die Krankheit ist soweit fortgeschritten, dass er kaum noch sprechen kann und meist Hilfe beim Essen und allen anderen alltäglichen Tätigkeiten braucht sodass er natürlich in einem entsprechenden Heim untergebracht ist.
Am Dienstag ging es dann gemeinsam mit meiner Oma zum Dortmunder Flughafen, den wir gemeinsam erkundeten. Von dort weiter nach Malaga…
Und nun bin ich wieder hier im schönen Spanien. Und es ist unglaublich aber wahr. Heute war schon wieder T-Shirt Wetter. Das hab ich natürlich sofort ausgenutzt und zum Lernen im Freien mich begeben.
Was bringt mir sonst das neue Jahr? Auf jeden Fall eine neue Wohnung mit 3 neuen Mitbewohnern. 2 Marokkaner und ein Franzose. Männer-WG also. Fragen zum Thema der alten Wohnung sind erlaubt, aber auch Schnee von gestern. Fakt ist: Keine nächtliche Tränen im Nebenzimmer und das Zentrum samt tagtäglichen Sonnuntergang auf dem Balkon vor der Haustür…
Alles Weitere ist den Bildern zu entnehmen. Ich verabschiede mich von euch mit einer Lieblingsphrase der Spanier: No os preocupeis…
Oder besser 2. Person Singular: No te preocupes